Allgemeine Wirtschaftsdaten Deutsche Wirtschaft trotzt der Krise

Die deutschen Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht. Seit der Krise im Jahr 2008 sind die Firmen wettbewerbsfähiger geworden, haben sich noch stärker spezialisiert und ihre internationale Verflechtung vorangetrieben. Allerdings sank die Auslastung.

Die deutschen Unternehmen haben sich seit der Krise stärker spezialisiert und ihre internationale Verflechtung vorangetrieben. - © arahan/Fotolia

Aus diesem Grund blieb Deutschland im laufenden Jahr trotz der Rezession in der Eurozone auf Wachstumskurs. Nach Einschätzung des Sachverständigenrates nahm das reale Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik um 0,8 Prozent zu. Hauptstütze dieses Wachstums waren die Exporte in die Schwellenländer.

Allerdings schrumpften in diesem Jahr die Ausrüstungsinvestitionen um 3,3 Prozent. Mit zunehmender Dauer der Staatsschuldenkrise in Europa und als Reaktion auf die sinkende Auslastung nahmen immer mehr deutsche Unternehmen eine eher abwartende Haltung ein.

Ausfuhren verlagern sich

Einen positiven Wachstumsbeitrag leistete 2012 der Außenhandel. Dabei mussten die deutschen Exporteure einen Nachfrageeinbruch in den tief verschuldeten Ländern Südeuropas bewältigen.

Aber dank der zunehmenden Verlagerung der Ausfuhren in die Schwellenländer wie der Türkei, Russland oder Brasilien ist das durchaus gelungen, zumal sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit im Zuge der Euro-Abwertung verbesserte. Letztlich flachte das Wachstum der Ausfuhren im Berichtsjahr auf 3,9 Prozent ab.

Auch der private Verbrauch zählt weiter zu den Stützen der Konjunktur. Impulse erhielt der Konsum durch die Beschäftigungszuwächse und die höheren Reallöhne. Darüber hinaus stimulierte der Mangel an attraktiven Sparanlagen die Anschaffungsneigung der Bürger. Aufgrund der schwachen Einzelhandelsumsätze im vergangenen Sommer sind jedoch Zweifel angebracht, ob das vorhergesagte Konsumplus von 0,9 Prozent im Gesamtjahr tatsächlich realisiert wurde.

Abbau der Arbeitslosigkeit stagniert

Die Verbraucherpreise legten im Berichtsjahr um zwei Prozent zu. Im November lag das Plus bei 1,9 Prozent. Eine deutliche Abkühlung des Preisklimas scheiterte an den kräftigen Aufschlägen bei Strom und Brennstoffen. Daneben zogen die Preise bei unverarbeiteten Lebensmitteln spürbar an.

Die erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt setzte sich auch im laufenden Jahr fort. Allerdings ließ der Schwung im Verlauf merklich nach, der Abbau der Arbeitslosigkeit kam letzten Endes zum Stillstand.

Im Jahresdurchschnitt nahm die Zahl der Erwerbstätigen um 400.000 auf 41,6 Millionen zu. Möglich machte dies unter anderem die verstärkte Zuwanderung aus der Europäischen Union, die das Arbeitskräfteangebot in Deutschland vergrößerte. we/los