Die Stimmung in deutschen Unternehmen ist seit Anfang des Jahres gestiegen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der wichtigste Frühindikator für die Konjunktur, legte im Januar stärker zu als erwartet. Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen sprach von einem "sehr guten Signal". Die Entspannung der Finanzkrise kommt laut Experten mittlerweile bei den Firmen an.

Der Geschäftsklimaindex verbesserte sich gegenüber Dezember um 1,8 Zähler auf 104,2 Punkte. Nach dem dritten Anstieg in Folge steht der Indikator nun auf dem höchsten Wert seit Juni 2012.
"Die deutsche Wirtschaft startet hoffnungsvoll ins neue Jahr", sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. Der DAX erreichte am Freitag ein Fünfjahreshoch, und der Euro verteuerte sich.
Die aktuelle Geschäftslage bewerteten die rund 7.000 befragten Unternehmen nach einem Rückgang im Dezember wieder positiver, und die Aussichten auf die kommende Entwicklung hätten sich deutlich verbessert, sagte Sinn. Auch in der Dienstleistungsbranche stiegen die Erwartungen im Januar spürbar.
Finanzkrise entspannt sich
Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen sprach von einem "sehr guten Signal". "Die Unsicherheit darüber, wie es mit Europa weiter geht, ist deutlich kleiner geworden", sagte Carstensen der Nachrichtenagentur dapd. Die Zusage der Europäischen Zentralbank, im Zweifel Staatsanleihen aufzukaufen, "hat den Laden beruhigt".
Die Ökonomen der BayernLB analysieren: "Die Entspannung der Staatsschuldenkrise kommt bei den Unternehmen an."
Allianz-Volkswirt Rolf Schneider sagte: "Es mehren sich die Anzeichen, dass der konjunkturelle Abwärtstrend im Euroraum ausläuft." Wesentlicher Grund für den positiven Start ins neue Jahr dürfte aber eine vor allem von Asien "ausgehende Belebung der Weltkonjunktur sein, die der deutschen Exportwirtschaft zugute kommt".
Aufschwung am Arbeitsmarkt
Mit einem Aufschwung am Arbeitsmarkt ist laut Carstensen trotz der guten Entwicklung aber noch nicht zu rechnen. Dazu müsste die Konjunktur stärker anziehen. Dies soll den Prognosen zufolge aber im zweiten Halbjahr passieren, so dass dann auch mit einer steigenden Nachfrage nach Mitarbeitern gerechnet werden könnte.
Im Bauhauptgewerbe legte der Geschäftsklimaindex ebenfalls zu. Vor allem die guten Aussichten sorgten für einen deutlichen Zuwachs. Zuletzt waren die Baufirmen im März 2012 so zuversichtlich.
Im Handel fällt die Bilanz dagegen nicht so gut aus: Zwar bewerteten die Einzelhändler ihre aktuelle Lage ein wenig besser, die Erwartungen blieben jedoch unverändert. Die befragten Großhändler schätzten sowohl die momentane Situation als auch die kommenden Geschäfte schlechter ein als im Dezember. dapd