"World Baker of the Year 2022" Der beste Bäcker der Welt kommt aus Deutschland

Axel Schmitt ist "World Baker of the Year 2022". Nach 2018 steht damit erneut ein Deutscher an der Spitze des Berufsstands. Manch einem dürfte Schmitt bereits als der "Wackenbäcker" oder aus dem Sat.1-Frühstücksfernsehen bekannt sein.

Der fränkische Bäckermeister und Brotsommelier Axel Schmitt (l.) wurde zum "World Baker of the Year" ernannt. Sig­urður Már Guðjóns­son (r.) aus Island wurde weltbester Konditor. - © UIBC

Das deutsche Lebensmittelhandwerk eilt derzeit von Auszeichnung zu Auszeichnung. Nachdem sich Anfang September bereits das deutsche Metzger-Team den WM-Titel sichern konnte, steht nun auch ein Bäckermeister an der Weltspitze seines Berufsstands.

"World Baker of the Year 2022" – diesen Titel darf ab sofort Bäckermeister Axel Schmitt aus Frankenwinheim tragen. Der Vorstand der International Union of Bakers and Confectioners (UIBC) mit Sitz in Madrid folgte damit dem Vorschlag des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. Die Preisverleihung fand im isländischen Reykjavik statt. Mit Jochen Baier konnte zuletzt 2018 ein deutscher Bäckermeister die höchste Auszeichnung im Bäckerhandwerk gewinnen.

"Wackenbäcker", Fernsehgast und Buchautor

Der breiten Öffentlichkeit ist der Axel Schmitt bereits bekannt durch zahlreiche Fernsehauftritte im Sat.1-Frühstücksfernsehen sowie durch Aktivitäten beim Wacken-Musikfestival, wo er seit Jahren als "Wackenbäcker" agiert. Axel Schmitt ist zudem gern gesehener Back-Experte und Botschafter des Deutschen Bäckerhandwerks in Tagespresse und Lifestyle-Medien. Mit seinem Bestseller-Buch "Das einfachste Brot der Welt" überzeugt er viele Menschen von seiner Passion: dem handwerklich gut gebackenen Brot.

Schmitt reagierte überwältigt auf seine Ernennung: "Das ist der Wahnsinn, das rockt. Ich danke der UIBC für ihre Entscheidung sowie dem Zentralverband für meine Nominierung. Ich bin Bäcker aus Leidenschaft und sehe die Auszeichnung als Ansporn, weiterhin für den schönsten Beruf der Welt zu werben. Das verspreche ich."

Bäckerverband: "Bäckerhandwerk rockt"

Auch Bäcker-Präsident Michael Wippler gratulierte Schmitt zu seinem Titel. "Er zeigt so viel Energie, Leidenschaft und Liebe fürs Bäckerhandwerk und verbindet das mit unglaublicher Coolness und Nonchalance. Er steht für erfolgreiches Unternehmertum und modernes Handwerk. Auch dank ihm hat sich in der Welt herumgesprochen, dass das deutsche Bäckerhandwerk im wahrsten Sinne des Wortes rockt", so Wippler. 

Als "World Baker of the Year 2022" löst Schmitt nun Domi Vélez aus Spanien ab. Der 41-Jährige stammt aus einer Bäckerfamilie im unterfränkischen Frankenwinheim. Den Familienbetrieb führt er bereits in vierter Generation. Nach seiner Ausbildung in Kürnach zum Bäckergesellen, schloss er eine weitere Ausbildung in Würzburg zum Konditor ab. 2003 absolvierte er seine Meisterprüfung zum Bäcker mit Bravour, 2016 wurde er ebenfalls mit Bestnote zum Brot-Sommelier ernannt. fre

4 Fragen an Weltbäcker Axel Schmitt

Sie sind zum weltbesten Bäcker gewählt worden. Was macht für Sie die Faszination von Brot aus?

Axel Schmitt: Ich kann von Brot einfach nicht genug bekommen. Es fasziniert mich, dass man aus einfachen Rohstoffen, die im Prinzip vor der Haustür wachsen, eine riesige Vielfalt entstehen lassen kann. Spannend finde ich auch die Entwicklung des Brotes vom reinen Sattmacher hin zu einem Kulturgut: Früher haben wir die Hungrigen satt gemacht, heute machen wir die Satten hungrig – mit der Kombination von traditioneller und innovativer Handwerkskunst.

Was bedeutet der Titel für Sie?

Er ist eine schöne Bestätigung für die vielen Extrameilen, die wir als Familie und als Team jeden Tag laufen. Ich widme ihn daher den Menschen in meinem Umfeld, vor allem auch den Kunden des Bäckerhandwerks. Ich selbst bin und bleibe lieber nur der passionierte Bäcker Axel, den man kennt. Der Titel wird daran nichts ändern. Doch gerne werde ich versuchen, das weltweite Netzwerk der Bäcker und Brotliebhaber zu stärken und international weitere Kollegen kennen zu lernen. 

Wie schafft man es, zu den besten seines Handwerks zu werden?

Wie gesagt sind es viele Extrameilen, die den Unterschied machen. Das stetige Streben nach mehr Qualität, die Suche nach noch besseren Rohstoffen aus der Region und das ständige Arbeiten an sich selbst. Neben der Leidenschaft ist Weiterbildung für mich der Schlüssel. Hier bin ich dankbar, dass wir Bäcker mit der Bundesakademie in Weinheim und den weiteren Schulen im ADB-Verbund eine perfekte Infrastruktur angeboten bekommen.

Warum sollten junge Menschen ein Handwerk lernen?

Viele Menschen sind beeindruckt, wenn sie erstmals in einer Backstube stehen. Vielen ist nicht bewusst, welche Zeit, Logistik und Expertise es braucht, um rechtzeitig am Morgen die Theke voller Brot und Brötchen zu haben. Das begeistert! Unser Handwerk ist trotz der Tradition absolut modern und kein verstaubtes Oma-Ding. Brot ist Emotion pur – es riecht gut, schmeckt und macht einfach gute Laune!