Ausnahmeverordnung gebilligt Das sind die neuen Quarantäne-Regeln

Die letzte Woche von Bund und Ländern beschlossenen Regeln haben Bundestag und Bundesrat passiert. Was künftig für Kontaktpersonen gelten soll und welche Sonderregelungen für Geboosterte und Kinder vorgesehen sind.

Mit kürzeren Quarantäne-Zeiten will die Regierung vor allem die kritische Infrastruktur aufrechterhalten. - © Zerbor - stock.adobe.com

Bund und Länder haben sich vergangene Woche auf Quarantäne-Neuregelungen verständigt. Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat einer Ausnahmeverordnung zugestimmt, die dafür einen rechtlichen Rahmen schafft.

In Kraft treten soll sie voraussichtlich am Samstag. Letztlich umgesetzt werden die Regeln dann von den Ländern. Die Quarantäne-Verkürzungen sollen wichtige Versorgungsbereiche am Laufen halten, auch wenn die Infiziertenzahlen stark steigen.

Kürzere Quarantäne-Zeiten

Konkret sieht die Verordnung vor, dass Kontaktpersonen von Corona-Infizierten künftig von der Quarantäne befreit werden, wenn sie eine Auffrischungsimpfung haben, also geboostert sind. Dies gilt auch für frisch doppelt Geimpfte und frisch Genesene - für Kontaktpersonen also, deren Erkrankung oder Impfung weniger als drei Monate zurückliegt.

Für alle Übrigen sollen Isolation oder Quarantäne in der Regel nach zehn Tagen enden, wenn sie sich nicht vorher "freitesten" lassen. Das geht allgemein nach sieben Tagen, wenn entweder ein negativer PCR- oder Antigen-Schnelltest vorgezeigt werden kann. Für Schüler sowie Kita-Kinder kann die Quarantäne als Kontaktperson aber bereits nach fünf Tagen durch einen Negativtest beendet werden.

Die Maßnahmen sollen bei stark steigenden Infektionszahlen den personellen Zusammenbruch wichtiger Versorgungsbereiche verhindern.

Lauterbach: "Haben die Mittel, die Pandemie in Deutschland in diesem Jahr weitestgehend zu beenden"

In einer Sondersitzung der Länderkammer sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), die Pandemie sei an einer "Schnittstelle" angekommen. Man gehe in das dritte Jahr. In diesem stelle sich die Frage, ob es gelinge, die Pandemie so zu entschärfen, dass man in eine endemische Lage mit nur noch sporadischen Ausbrüchen und wenigen Todeszahlen komme - oder ob man diese Gelegenheit ungenutzt passieren lasse. "Wir müssen diese Gelegenheit ergreifen und wir haben die Mittel dafür. Wir haben die Mittel dafür, die Pandemie in Deutschland in diesem Jahr weitestgehend zu beenden."

Lauterbach appellierte erneut an alle noch nicht geschützten Bürger, sich jetzt impfen oder boostern zu lassen. "Wenn wir alle für uns in Anspruch nähmen, dass wir es nicht nötig haben oder besser wissen oder nicht mitmachen wollen oder ein anderes Staatsverständnis haben, dann würden wir im Chaos enden." Daher sei er auch für die allgemeine Impfpflicht.

Der Gesundheitsminister betonte, niemand solle dazu gezwungen werden, einen bestimmten Impfstoff zu nehmen. Er habe auch den Todimpfstoff Novavax besorgt, teilte Lauterbach mit. Am 21. Februar werde Deutschland eine erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen bekommen. dpa