Fahrradsaison Das sind die Fahrradtrends für den Frühling

Die starke Nachfrage von E-Bikes hat dem deutschen Zweirad-Handwerk im vergangenen Jahr ein starkes Umsatzwachstum beschert. In dieser Fahrradsaison sind besonders hybride Modelle gefragt, die sowohl in der Stadt als auch im Gelände überzeugen.

Das Goroc 4: Ein SUV auf zwei Rädern. - © www.flyer-bikes.com/pd-f

Von Steffen Guthardt

Während viele Handwerksbranchen unter der Corona-Krise leiden, hat das Zweirad-Handwerk ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Die deutsche Fahrradbranche profitiert von einem zunehmenden Umwelt- und Klimabewusstsein in der Bevölkerung. Wo es möglich ist, steigen viele Bürger vom Auto auf das Fahrrad um – sei es auf dem Weg zur Arbeit oder bei Ausflügen am Wochenende und in den Ferien. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 5,04 Millionen Fahrräder verkauft und damit rund 17 Prozent mehr als noch 2019. Die Zweirad-Werkstätten konnten dank des Fahrradbooms 6,8 Prozent mehr Mitarbeiter einstellen und knapp 30 Prozent mehr Umsatz erwirtschaften. Die Zahlen sind umso bemerkenswerter, weil der Handel mit Fahrrädern wegen der Corona-Krise zeitweise geschlossen oder nur eingeschränkt möglich war bzw. ist.

Bequem über Berg und Tal

Ein wichtiger Umsatztreiber für die Betriebe ist weiterhin das E-Bike. Über sieben Millionen Räder mit Elektroantrieb sind mittlerweile in Deutschland unterwegs – Tendenz steigend. Besonders im Trend liegt 2021 laut dem Pressedienst-Fahrrad das E-Mountainbike (E-MTB). Vor allem im hügeligen Gelände zeigen sich die Vorteile des E-Motors. Radfahrer können im Anstieg ihre Muskeln schonen und auch bei geringer Fitness entspannte Tages­touren zurücklegen.

Bereits vor zehn Jahren hat der Hersteller Haibike sein erstes E‑MTB auf den Markt gebracht. Zum Jubiläum bringen die Schwein­furter mit dem "2021 Haibike AllMtn SE" nun eine Sonderedition heraus, die mit einem leistungsstarkem Yamaha PW-X2-Antrieb, leichtem Carbonrahmen und verbesserter Geometrie punktet.

Das Modell hat mit 10.000 Euro allerdings auch einen stattlichen Preis und ist wohl nur etwas für gut betuchte Fahrradliebhaber. Hochwertige E-Mountainbikes sind jedoch auch deutlich günstiger zu bekommen. Laut einer Studie des Fachmagazins E-Mountainbike geben Verbraucher im Schnitt rund 4.000 Euro für ein solches Fahrrad aus. Einstiegsmodelle gibt es aber auch für den halben Preis.

Wer auf der Suche nach einem E-Bike ist, das sich sowohl für unwegsames Gelände als aus für den Stadtverkehr eignet, sollte sich die neuen SUV-Bikes einmal näher anschauen. Das Konzept entspricht dem der SUV-Autos. So bietet etwa das "Goroc 4" des Schweizer Herstellers Flyer einen vollgefederten E-Mountainbike-Rahmen und breite Stollenreifen, ist aber zusätzlich mit alltagstauglicher Ausstattung wie Gepäckträger, Schutzblechen und Lichtanlage versehen. Kostenpunkt: 4.899 Euro.

Rennrad fürs Gelände

Neben den E-Bikes zählen die ­Gravelbikes (dt. Kies-/Schotter-Rad) in diesem Jahr zu den großen Trends. Die Räder ermöglichen das sportliche Rennradfahren auch abseits von Asphalt. Wegen den für ein Rennrad besonders breiten Reifen, werden sie auch Breitreifenrennrad genannt. Zudem haben die Räder leicht ausgestellte Lenkerenden. So verbinden sie das schnelle Dahingleiten des Rennrades mit der Geländegängigkeit des Mountainbikes.

Das Prestige von Stevens ist beispielsweise speziell für längere Touren konzipiert und bietet zahlreiche Gewindeösen an Rahmen und Gabel um viel Zubehör und Proviant auf die Reise mitnehmen zu können. Es ist für 1.799 Euro erhältlich.
Umweltfreundlicher Transporter

Stark gefragt sind in der Fahrrad-­Saison 2021 auch die Cargobikes mit E-Motor. Einige Handwerker nutzen die Räder inzwischen als Lastenrad, um im dichten Stadtverkehr schnell und umweltfreundlich samt Werkzeug und Arbeitsmaterial zum Kunden zu kommen. Aber auch bei Familien sind die Modelle beliebt. Sie bieten nicht nur Platz für die Kinder, sondern auch für den Transport von Einkäufen, Schulsachen oder den Picknickkorb. Riese & Müller bezeichnet sein "Packster 70" als Familien-E-Bike, in dem drei Kinder Platz finden. Der Hersteller wirbt zudem mit dem Einsatz umweltfreundlicher Materialien. Der Preis von 6.299 Euro bewegt sich allerdings fast auf dem Niveau eines Kleinwagens.