Nach zwölf Tagen Voting steht der Gewinner fest: "Macher-Stolz" ist das Emoji des Handwerks. Jetzt soll das Symbol den Sprung in den offiziellen Emoji-Katalog schaffen. Welche Kriterien dafür erfüllt sein müssen – und wie es schon heute genutzt werden kann.

Zwölf Tage, zwei Kandidaten, eine knappe Entscheidung: Das Handwerk hat sein Emoji gewählt – und es heißt "Macher-Stolz". Mit 55,6 Prozent der Stimmen setzte sich das lächelnde Smiley mit verschränkten Armen gegen die blitzbewehrten Fäuste der "Power-Hände" durch.
Das Siegerbild soll künftig immer dann zum Einsatz kommen, wenn Handwerkerinnen und Handwerker stolz auf ihre Arbeit und ihre Ergebnisse sind – ein digitales Zeichen für das, was mit den Händen entsteht.
Die Idee dahinter
Die Abstimmung war Teil der Herbst-Kampagne rund um den "Tag des Handwerks". Zwei Emoji-Kandidaten wurden ins Rennen geschickt, die Kanäle von "Das Handwerk", dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sowie zahlreicher Handwerkskammern und Betriebe verwandelten sich für zwölf Tage in ein digitales Duell.
"Ein Emoji fürs Machen schließt eine Lücke. Wer mit den eigenen Händen etwas schafft, ist zurecht stolz darauf. Handwerksberufe und die Menschen dahinter verdienen mehr Sichtbarkeit und Anerkennung. Ein eigenes Emoji fürs Machen ist dafür ein starkes Zeichen“, erklärte ZDH-Präsident Jörg Dittrich zum Start des Wettstreits.
ZDH-Sprecherin Silke Stark zog gegenüber der DHZ ein positives Fazit: "Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz. Nicht nur wir haben intensiv gepostet – auch Handwerks-Creator haben mitgemacht und uns sehr schöne Rückmeldungen gegeben." Ein Sonderlob verteilt sie an etliche Handwerkskammern und Betriebe, die auf ihren Kanälen die Umfrage aufgenommen und mit eigenen Inhalten bespielt haben. "Das hat uns sehr gut gefallen."
Nicht nur Handwerks-Influencer wie Dachdeckerin Cerise Bolse und Zimmermann Lasse Peper beteiligten sich – auch der reichweitenstarke YouTuber und Unternehmer Aaron Troschke startete eine eigene Umfrage und positionierte sich dabei unmissverständlich: "Ich liebe das Handwerk. Denn ich habe zwei linke Hände und Handwerker sind meine Helden."
Was jetzt kommt: Der Weg auf jedes Smartphone
Mit dem Sieg ist es nicht getan – zumindest nicht, wenn es nach dem ZDH geht. Das Ziel: "Macher-Stolz" soll in den internationalen Emoji-Katalog aufgenommen werden und damit fester Bestandteil aller gängigen Plattformen und Apps werden – von Instagram über WhatsApp bis hin zu jedem Smartphone-Betriebssystem.
Der Weg dorthin führt über das Unicode Consortium, eine gemeinnützige Organisation im kalifornischen Santa Clara, die weltweit über die einheitliche Darstellung digitaler Zeichen und Emojis wacht. Einmal jährlich öffnet das Konsortium ein Bewerbungsfenster, in dem umfangreiche Anträge eingereicht und geprüft werden. Die Hürden sind hoch: Antragsteller müssen nachweisen, dass das Emoji eine breite Nutzung erwarten lässt, kein vergleichbares Symbol bereits existiert und das Zeichen weder zu spezifisch noch einem kurzlebigen Trend verhaftet ist.
Für das laufende Jahr ist die Aufnahmefrist bereits abgelaufen. Ob "Macher-Stolz" den Sprung in den globalen Emoji-Standard schafft, entscheidet sich damit frühestens 2027.
Beide Emojis weiter nutzbar
Das Abstimmungsergebnis bedeutet kein Aus für die "Power-Hände". Beide Emojis stehen auf dem offiziellen Giphy-Kanal des Handwerks als GIFs kostenlos zum Kopieren und Teilen bereit.
Wer die Emojis direkt in eigenen Beiträgen auf TikTok, Instagram oder Facebook einsetzen möchte, findet sie im GIF-Bereich unter den Suchbegriffen "Emojibattle" oder "WKAWK" – das steht für "Wir können alles, was kommt". Und wann welches zum Einsatz kommt, hat Instagram-Nutzer Malerspenge bereits geklärt: "Am besten beide! Erst Power-Hände und wenn fertig dann Macher-Stolz."

