Hilfe für Flutopfer "Das Ahrtal braucht dringend Handwerker"

Aus den Nachrichten sind die zerstörten Gemeinden im Ahrtal inzwischen fast gänzlich verschwunden. Nach der fatalen Flutwelle Mitte Juli ist die Welt dort aber keinesfalls wieder in Ordnung. Das weiß Heizungsbauermeister Martin Stürtz aus eigener Erfahrung.

Handwerker helfen Flutopfern
Martin Stürzt (vorne) in Hilfs-Aktion. - © privat

Martin Stürtz, der Geschäftsführer der Stürtz Heizung und Sanitär GmbH in Heilbronn, war Ende September mit vier Mitarbeitern für drei Tage in der Gemeinde Dernau an der Ahr, um zu helfen. "Dort sind rund 70 Prozent der Häuser zerstört," sagt Stürtz. Da auch viele Handwerker von den Flutschäden betroffen seien, sind die Menschen nach wie vor auf Unterstützung von außen angewiesen. Denn seiner Erfahrung nach ist es vor allem die unkomplizierte Hilfe von Privatleuten und Handwerkern, die funktioniert.

Mit wenig Einsatz viel bewegen

Vor Ort könne man oft mit wenigen Handgriffen viel verändern. Manche Menschen hätten etwa seit Monaten kein fließendes Wasser. "Die holten es mit Eimern ins Haus", berichtet Stürtz ungläubig. In einem Fall habe nur ein Wasserfilter gefehlt.

"Ich hatte vier davon im Auto und die Sache war innerhalb von Minuten erledigt", erzählt der Handwerksmeister. Die Bewohner konnten ihr Glück kaum fassen. "Viele Menschen sind immer noch im Schockzustand. Familien schlafen zum Teil in einem Zimmer, weil alle anderen zerstört sind", sagt er.

Einen weiteren Vorteil der Hilfe aus dem Handwerk sieht Martin Stürtz auch im unkomplizierten Miteinander zwischen den Gewerken. "Wir waren dort in einem Handwerkercamp untergebracht. Da konnte man unkompliziert in Kontakt kommen und etwa schnell einen Elektriker finden, der einen fehlenden Anschluss legt", so Stürtz. Auch die Kontakte seines Betriebs zum Großhandel halfen beim Einsatz. "Ich habe von den Firmen Schrade, Löffelhardt, Viessmann und Honeywell Braukmann Material zur Verfügung gestellt bekommen", erklärt Stürtz dankbar.

Helfer aus der Region gesucht

Er will auf jeden Fall weiterhelfen und sucht dafür auch noch Mitstreiter in der Region. "Wenn man einmal vor Ort war, lässt einen das so schnell nicht los," findet er. Übernachtungsmöglichkeiten und Verpflegung gebe es vor Ort, auch das Material sei über einen Großhändler dort zu beschaffen. "Es wäre toll, wenn sich noch ein paar Betriebe melden, die einige Mitarbeiter abstellen können", so Stürtz.  Durch die Fluthilfe von Bund und Ländern seien das inzwischen auch ganz normale Aufträge – nur eben an einem Ort, an dem noch viel zu tun ist. Interessierte Helfer können sich direkt an Martin Stürtz wenden unter der Mailadresse post@martin-stuertz.de.