Wann ist ein Dach für eine Solaranlage geeignet? Wer übernimmt welche Aufgaben bei der Installation? Wann lohnt sich welche Anlage? Und welche Fördermittel gibt es? Verbraucher haben derzeit ein großes Interesse am Solarausbau – und viele Fragen. Unterstützung bietet ein neues Infoportal des Dachdeckerhandwerks.

Der Solarausbau geht weiter voran. Prognosen des Bundesverbands der Solarwirtschaft zufolge wird die Nachfrage nach Solarstromanlagen in diesem Jahr prozentual zweistellig wachsen. Eine Umfrage im Auftrag des Verbands ergab kürzlich, dass jeder fünfte der Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer in Deutschland in den nächsten zwölf Monaten die Anschaffung einer Solaranlage zur Strom- und/oder Wärmeerzeugung plant. Jüngste Beschlüsse des Bundeswirtschaftsministeriums, noch in diesem Sommer weitere Maßnahmen zum Abbau von Photovoltaik-Investitionsbarrieren gesetzgeberisch auf den Weg zu bringen, befeuert diese Entwicklung. Dabei geht es vorrangig darum, Anmeldeverfahren unbürokratischer zu gestalten und damit die privaten Verbraucher zu entlasten.
Das große Interesse dieser Zielgruppe an den Installationen von PV-Anlagen zu unterstützen, ist auch ein Ziel des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH). Deshalb hat der Verband ein neues Info-Portal extra für Eigenheimbesitzer aufgebaut, die eine Anlage auf dem Dach installieren lassen möchten. Das Portal ist unter der Domain pv-dachdecker.de erreichbar.
Dachdeckerhandwerk mahnt: Solarausbau nicht ohne fachgerechte Dachchecks
Die Website bietet Informationen zu rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der PV-Installation und auch einen Überblick zu bestehenden Förderungen für die Anlagenbesitzer. Das wohl Wichtigste, auf das der ZVDH auch in einer ausführlichen Mitteilung zum Portal hinweist, ist allerdings, dass Dächer vor der Installation auf eine Solartauglichkeit überprüft werden sollten. Das gilt vor allem für die Nachrüstung bei Altbauten, also wenn eine PV-Anlage nicht – wie heute beim Neubau üblich – gleich mit dem Hausbau eingeplant wird.
Zu dieser Solartauglichkeit gehört einerseits die Statik des Daches, die man überprüfen lassen sollte. Andererseits sollten Hausbesitzer nach Angaben des Verbands auch genau überlegen, wie schnell eventuell eine Dachsanierung ansteht und ob diese nicht vor der Anlageninstallation erfolgen sollte. Schon lange weist der ZVDH darauf hin, dass Gebäudeeigentümer keine neuen Anlagen auf unsanierten Dächern installieren lassen sollten. Zu einem empfohlenen Dachcheck gehört aber noch mehr: Informationen zu Windsog oder Schneelast eines Daches sind genauso wichtig mit einzubeziehen wie die richtigen Befestigungselemente für eine Solaranlage. Auch dazu sind verbrauchertaugliche Informationen unter pv-dachdecker.de zusammengestellt.
Schäden am Dach vermeiden
"Mittlerweile häufen sich beim Einbau von PV-Anlagen Schadensmeldungen durch unsachgemäßes Arbeiten", warnt der Verband und weist darauf hin, dass bei Arbeiten auf Dächern Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit zentral seien. Damit dies in ausreichendem Maße berücksichtigt werde und auch, damit Solarinstallationen den Bauherrn keine unnötigen Kosten entstehen, weil Anlagen zurückgebaut werden müssen, weist der ZVDH auf eine Zusammenarbeit ausschließlich mit Fachbetrieben der Branche hin. Dies sehe auch das Handwerksrecht vor, betont dazu auch ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx öffentlich. "Arbeiten am Dach dürfen nur von Betrieben ausgeführt werden, die hierfür in die Handwerksrolle eingetragen sind. Dazu zählt auch die Installation von PV-Anlagen auf Dächern, sowohl auf Steil- als auch auf Flachdächern", teilt der Verband in der Mitteilung zum neuen Portal mit. Auf der Website ist auch eine Suche nach Fachbetrieben integriert. jtw