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Umgang mit psychischen Belastungen Corona-Weihnachten: Trotz Sorgen entspannt feiern

Weihnachten könnten die Corona-Regelungen gelockert werden. Das Virus jedoch bleibt. Wie gelingt es trotz der gesellschaftlichen Unsicherheit ein psychisch ausgeglichenes Weihnachtsfest zu feiern? Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung gibt Empfehlungen.

Erst die Zügel anziehen, um sie dann über Weihnachten wieder etwas lockern zu können – dieser Plan zeichnet sich vor den Beratungen von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Pandemie am 25. November 2020 ab. Zunächst sollen die Kontaktbeschränkungen ab Anfang Dezember verschärft werden. Vom 23. Dezember bis zum 1. Januar soll es jedoch zu Lockerungen kommen. In dieser Zeit könnten wieder mehr Menschen zusammenkommen, um das Weihnachtsfest gemeinsam zu feiern.

Rituale der Weihnachtszeit stiften Zugehörigkeit

Schon jetzt hat die Corona-Pandemie viele Gewohnheiten und Alltagsstrukturen auf den Kopf gestellt. Trotz der geplanten Lockerungen wird auch das Weihnachtsfest für viele Menschen anders sein als sonst – kleiner, vielleicht einsamer, improvisiert.
 
Traditionen und Rituale der Weihnachtszeit dienen aus psychologischer Sicht dazu, gemeinsame Identität und Zugehörigkeit zu stiften. Gerät dies ins Wanken, kann bei all der gesellschaftlichen Unsicherheit in der Pandemie eine zusätzliche psychische Belastung entstehen. Zudem ist in der "dunklen Jahreszeit" das Risiko einer saisonalen Depression ohnehin erhöht. Die Diplom-Psychologinnen Christina Jochim und Amelie Thobaben von der Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) haben Empfehlungen formuliert, die für psychische Entlastung in der Weihnachtszeit sorgen können.

Psychische Belastungen vermeiden: Empfehlungen für ein ausgeglichenes Weihnachtsfest

1. Perspektiven schaffen

Unsere Psyche will wissen, was als nächstes kommt. Die Kernfrage dieses Jahr ist: Wie verbringe ich Weihnachten, wenn mir meine sonst gewohnte soziale Gruppe nicht zur Verfügung steht? Seien es Familie, Freunde, der Kirchenbesuch, das Restaurant oder die Bar nebenan. Sprechen Sie rechtzeitig darüber, mit wem und wie Sie Weihnachten verbringen werden. Vermeiden Sie die Frage nicht, denn ein Hin-und-Hergerissen sein (kognitive Dissonanz) macht der Psyche zusätzlichen Stress. Überlegen Sie im Einzelfall auch, welche Möglichkeiten es gibt, mit einer freiwilligen Vorab-Quarantäne Risikopatient besonders zu schützen und den Kontakt über Weihnachten zu halten. Machen Sie einen Plan.

2. Ideen hamstern

Auch Ideen lassen sich hamstern. Könnten Sie Plätzchen backen, Weihnachtsbaum schmücken auch per Videotelefonat? Würde sich jemand über Briefe, Fotos, Päckchen freuen? Stellen Sie emotionale Nähe statt physischer Nähe her. Wenn Sie Weihnachten nicht allein bleiben wollen, gehen Sie es jetzt aktiv an. Sprechen Sie andere Menschen an, erlauben Sie sich, um Unterstützung zu bitten.

3. Zeit statt Zeug

Einiges wird in der Pandemie neu gedacht und erlebt. Vielleicht auch unser Konsumverhalten in der Weihnachtszeit? Vielleicht ist es auch entlastend, nicht für viele Leute kochen zu müssen, weniger unterwegs zu sein, weniger "Feiertagsstress" zu haben? Überlegen Sie, wie Sie sich bewussten Genuss und Zeit für Schönes gönnen können.

4. Radikale Akzeptanz

Es ist verständlich, dass Veränderungen in der Weihnachtszeit durch die Pandemie traurig oder wütend machen können. Das Konzept der "Radikalen Akzeptanz" beschreibt die aktive Entscheidung, Dinge, die man nicht beeinflussen kann, zu akzeptieren – und zwar radikal. Dies bedeutet nicht, etwas gutzuheißen oder einverstanden zu sein, sondern lediglich, die Realität so zu sehen, wie sie ist. Erfolgt dieser psychologische Prozess bewusst als Entscheidung, kann eine radikale Akzeptanz Selbstwirksamkeit und das Erleben von Handlungsfähigkeit stärken und schleichender Frustration oder sogar Hilflosigkeit entgegenwirken.

5. Vorfreude durch Zukunftsprojektion

Auch diese Krise wird vorübergehen. Das bedeutet nicht, den Ernst der Lage zu verharmlosen. Es bedeutet auch nicht, "einfach" positiv zu denken. Machen Sie weitere Pläne, was Sie nach der Pandemie machen wollen. Mit wem werden Sie dann feiern? Wohin in den Urlaub fahren? Von wem in den Arm genommen werden? Je genauer wir es uns vorstellen, je mehr Sinne wir dabei nutzen, umso stärker wirkt die Imagination. Denn unser Gehirn hat genug gute Erinnerungen gespeichert, um zu wissen, wie es sich anfühlt und kann dann darauf reagieren. ew/mit Inhalten von dpa
 
 

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