Zahlen der Mühlenwirtschaft Corona: Verbrauch von Nudeln steigt deutlich

Vor allem in der Zeit des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 ist der Pro-Kopf-Verbrauch an Nudeln in Deutschland deutlich gestiegen. 40 Prozent der hierzulande verspeisten Teigwaren werden in Deutschland hergestellt – die meisten aus Hartweizengrieß. So vermahlten die Mühlen tausende Tonnen mehr Hartweizen. Ein Geschäftszweig der seit Jahren wächst.

Corona: Verbrauch von Nudeln steigt deutlich
Die Deutschen kaufen in der Corona-Krise mehr Nudeln. - © Zerbor – stock.adobe.com

Im Vergleich zum Weichweizen sind die Anbauflächen von Hartweizen in Deutschland noch klein: 2020 wurden auf 31.500 Hektar Hartweizen gesät. Weichweizen waren es drei Millionen Hektar. Doch der Anbau von Hartweizen nimmt zu. Im Jahr 2015 lag die Fläche noch bei 18.800 Hektar. Die wichtigsten Anbauregionen für Hartweizen in Deutschland liegen nach Angaben des Verbands der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern.

Ein Grund für den Anstieg ist auch eine wachsende Teigwarenherstellung in Deutschland. Die meisten Nudeln werden aus Hartweizengrieß gemacht. Diesen Hartweizen wiederum vermahlen die Mühlen – ebenfalls in deutlich steigenden Mengen.

Mehr Nudeln, mehr Hartweizen: Mühlen steigern Produktion in Corona-Zeiten

Das hat sich im Wirtschaftsjahr 2019/2020 und dabei vor allem im Frühjahr 2020 besonders stark gezeigt. Während der Zeit des ersten Lockdowns der Corona-Pandemie haben die Deutschen vor allem sogenannte Trockenteigwaren besonders häufig gekauft. Diese sind gut lagerbar.

Mit dem steigenden Konsum ist entsprechend auch die Produktionsmenge gestiegen. So wurden von den Trockenteigwaren 40.000 Tonnen und damit 14,1 Prozent mehr produziert als noch 2018/19. "Der Pro-Kopf-Verbrauch an Trockenteigwaren steigerte sich um 8,1 Prozent von 7,4 auf 8,0 Kilogramm", meldet der VGMS und nennt weitere Zahlen zum Nudelkonsum in Deutschland und der Produktion. Denn diese startet mit dem Anbau von Hartweizen und folgend dem Vermahlen in den Hartweizenmühlen:

  • Die Deutschen haben im Wirtschaftsjahr 2019/20 im Schnitt 9,5 kg frische und trockene Teigwaren pro Kopf verbraucht. Ein Jahr zuvor waren es noch 9,0 kg. Der Anteil der Trockenteigwaren, also der Nudeln, nahm dabei den Hauptteil ein mit 8,0 kg. Ein Jahr zuvor waren es noch 7,4 kg pro Person im Schnitt.
  • 787.000 Tonnen Nudeln haben die Deutschen insgesamt verbraucht.
  • 40 Prozent der Nudeln, die hierzulande gegessen werden, werden auch hierzulande produziert. Der Rest stammt zu einem großen Teil aus Italien.
  • Hartweizengrieß für die Herstellung von Nudeln wird auch in Deutschland hergestellt. 2020 vermahlten die Mühlen 432.150 Tonnen Hartweizen. Das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr. Das wiederum entspricht fast 62.000 Tonnen pro Mühle. Allein für die Nudeln waren es 43.000 Tonnen mehr als im Vorjahr.

Zwar hat die Corona-Krise die Vorratskammern der Deutschen zu Beginn gut mit Nudeln gefüllt und damit einen besonders starken Effekt auf den Teigwarenmarkt gehabt. Doch auch unabhängig davon wächst der Hartweizenanbau in Deutschland seit einigen Jahre kontinuierlich. Der Verband der Mühlen sieht darin eine Zukunftsperspektive und teilt mit: "Auch wenn die angebaute Menge noch längst nicht für den deutschen Markt ausreicht, bietet der Hartweizenanbau in Deutschland eine spannende Alternative zu den gängigen Feldfrüchten." jtw

Eine ausführliche Statistik zur Teigwarenherstellung in Deutschland seit 2014 stellt der VGMS hier bereit.>>>