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Praxistipps Corona und Steuern: 5 effektive Steuervergünstigungen

Wer in der Corona-Krise dringend Geld benötigt, muss nicht zwingend zur Bank gehen und einen Kredit aufnehmen. Für so manchen Unternehmer und Arbeitnehmer kann sich stattdessen der direkte Weg zum Finanzamt lohnen. Dort winken gegebenenfalls Steuererstattungen.

1. Steuererklärung 2020 frühzeitig einreichen

Erwarten Sie für 2020 Steuererstattungen, sollten Sie die Steuererklärungen für 2020 frühzeitig beim Finanzamt einreichen. Die Finanzämter starten mit der Bearbeitung der Erklärungen 2020 bereits Mitte März 2021.

Praxis-Tipp: Bei der Gewinnermittlung – egal ob Sie bilanzieren oder den Gewinn nach der Einnahmen-Überschussrechnung ermitteln – müssen Sie seit 2020 die neue Anlage Corona-Hilfen ausfüllen. Fehlt diese neue Anlage, wird Sie das Finanzamt zur Abgabe auffordern. Das kostet unnötig Zeit, wenn Sie dringend auf die Steuererstattung für 2020 angewiesen sind. Deshalb stets die Anlage Corona-Hilfe mitabgeben.

2. Steuerliche Behandlung der Corona-Hilfen

Das Bundesfinanzministerium weist in seinen „FAQ Corona (Steuern)“ vom 23. Februar 2021 auf der letzten Seite darauf hin, dass die Soforthilfen, Überbrückungshilfen und vergleichbare Unterstützungsleistungen bei Unternehmen stets als Betriebseinnahmen zu erfassen und somit zu versteuern sind. Sie sind allerdings nicht umsatzsteuerpflichtig.

Praxis-Tipp: Sollte das Finanzamt bei der Festsetzung der laufenden Vorauszahlungen 2021 die Corona-Hilfen gewinnerhöhend berücksichtigt und deshalb höhere Voraussetzungen festgesetzt haben, lohnt sich Gegenwehr. Denn oberste Priorität hat die Förderung der finanziellen Liquidität von Unternehmen während der Corona-Krise. Deshalb sollen sich die laufenden Vorauszahlungen 2021 wegen der Corona-Hilfen nicht erhöhen.

3. Keine Berücksichtigung der Corona-Hilfen bei Kleinunternehmerregelung

Das Bundesfinanzministerium weist in seinen „FAQ Corona (Steuern)“ vom 23.2.2021 außerdem darauf hin, dass die Corona-Hilfen zum einen nicht in den Umsatzsteuer-Voranmeldungen und in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung zu erfassen sind. Zum anderen wird explizit darauf hingewiesen, dass die Corona-Hilfen nicht in den Gesamtumsatz der Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG einbezogen werden.

Praxis-Tipp: Hat Ihr Gesamtumsatz „ohne“ Corona-Hilfen im Jahr 2020 nicht mehr als 22.000 Euro und im Jahr 2021 „ohne“ Corona-Hilfen nicht mehr als 50.000 Euro betragen, profitieren Sie für 2021 umsatzsteuerlich von der Kleinunternehmerregelung.

4. Mit Ratenzahlung zinslose Stundung und Vollstreckungsaufschub verlängern

Können Sie Steuern, die bis zum 31. März 2021 fällig wären, nicht bezahlen, weil Sie nachweislich negativ von der Corona-Krise betroffen sind? Dann können Sie beim Finanzamt ein Antrag auf zinslose Stundung stellen. Ohne strenge Anforderungen gewähren die Finanzämter die zinslose Stundung dann bis Ende Juni 2021. Dasselbe gilt, wenn das Finanzamt für bis zum 31. März 2021 fällig werdende oder vorher bereits entstandene Steuern Vollstreckungsmaßnahmen angekündigt hat. Auch hier gilt: Auf Antrag werden die Vollstreckungsmaßnahmen bis Ende Juni 2021 eingestellt.

Praxis-Tipp: Reicht Ihnen der Zahlungsaufschub bis zum 30. Juni 2021 nicht, können Sie eine Verlängerung der zinslosen Stundung bzw. das Aufschieben von Vollstreckungsmaßnahmen bis Ende Dezember 2021 erreichen. Und zwar indem Sie mit dem Finanzamt eine Ratenzahlung vereinbaren.

5. Prüfungen des Finanzamts abschließen

Hat in Ihrem Betrieb eine Prüfung des Finanzamts stattgefunden und ist derzeit wegen Corona unterbrochen, sollten Sie bei zu erwartenden Steuernachzahlungen unbedingt die Beendigung der Prüfung beantragen. Denn für jeden weiteren Monat Verzögerung fallen höhere Nachzahlungszinsen auf die Steuernachzahlung an. Bieten Sie an, eine telefonische Schlussbesprechung durchzuführen.

Praxis-Tipp: Ist ein Ende der Prüfung nicht in Sicht, können Sie auch freiwillige Steuerzahlungen für die Jahre leisten, für die Steuernachzahlungen drohen. Das stoppt den Zinslauf bzw. wird das Finanzamt nach dem Zahlungszeitpunkt entstandene Zinsen erlassen. Vor der Zahlung sollte mit der Finanzkasse geklärt werden, welche Infos in der Überweisung stehen sollten.

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