Steuertipps -

Sonderzahlung für Mitarbeiter Corona-Prämie statt Weihnachtsgeld?

In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten stellt sich in der Praxis häufig die Frage: Ist es zulässig statt Weihnachtsgeld die Corona-Prämie zu zahlen? Die steuer- und sozialversicherungsfreie Sonderzahlung ist jedoch nur unter drei Voraussetzungen möglich.

Sie kennen dieses Problem sicherlich auch. Sie möchten Mitarbeiter mit einem freiwilligen Weihnachtsgeld belohnen. Doch nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben bleibt nur ein mickriger Nettobetrag übrig, der auf dem Konto des Mitarbeiters landet. Das kann dieses Jahr anders werden. Denn statt einem freiwilligen Weihnachtsgeld können Sie möglicherweise die bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuer- und sozialversicherungsfreie Corona-Prämie nach § 3 Nr. 11a Einkommensteuergesetz (EStG) auszahlen. Spendieren Sie Ihrem Mitarbeiter freiwillig 600 Euro, kommen diese ohne Abzüge bei ihm an.

Voraussetzungen zur Corona-Prämie

Die Corona-Prämie bleibt steuerfrei, wenn Sie drei grundlegende Voraussetzungen beachten.

  1. Die Corona-Prämie muss in der Zeit vom 1. März 2020 bis 31. Dezember 2020 auf dem Konto des Mitarbeiters eingehen.
  2. Die Corona-Prämie muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden.
  3. Der Arbeitgeber muss im Lohnkonto festhalten, dass es sich bei der Zahlung um eine Corona-Prämie handelt.

Infos zur Corona-Prämie

Informationen zur Corona-Prämie finden Sie vor allem in den FAQ "Corona" (Steuern) die unter bundesfinanzministerium.de abrufbar sind. Auf den Seiten 12 bis 18 finden Sie Antworten auf 20 Fragen zur Corona-Prämie aus der Praxis. Diese FAQ werden regelmäßig angepasst. Es lohnt sich also, diese in regelmäßigen Abständen abzurufen. Sie sollten auf jeden das Finanzamt in Ihre Entscheidung einbeziehen. Stellen Sie einen Antrag auf Erteilung einer Anrufungsauskunft nach § 42e EStG. Das ist ein kostenloser Service des Finanzamts, der Ihnen die lohnsteuerliche Rechtssicherheit in Hinblick auf die Corona-Prämie bringt.

>> Zu den FAQ "Corona" (Steuern) des Bundesfinanzministeriums

Corona-Prämie statt Weihnachtsgeld?

Doch auf eine Frage, die in der Praxis derzeit am häufigsten gestellt wird, findet sich leider keine Antwort. Es geht um die Frage: "Ist es lohnsteuerlich zulässig, die steuer- und sozialversicherungsfreie Corona-Prämie statt eines freiwilligen Weihnachtsgelds zu leisten?" Die Antwort auf diese Frage lautet: "Es kommt darauf an."

So klappt es: Entscheidend für die steuerfreie Auszahlung der Corona-Prämie ist, dass die Zahlung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet wird. Hat der Arbeitnehmer bereits einen Anspruch auf eine Zahlung und er erhält stattdessen die Corona-Prämie (= Gehaltsumwandlung), kippt die Steuerfreiheit. Haben Sie die Auszahlung eines freiwilligen Weihnachtsgelds dagegen noch nicht angekündigt und zahlen bis Ende Dezember die Corona-Prämie aus, bleibt diese wohl steuerfrei.

3 Stolperfallen vermeiden

Stolperfalle 1: Haben Sie bereits seit mehr als drei Jahren freiwillig Weihnachtsgeld ohne Freiwilligkeitsvorbehalt ausbezahlt, kann ein Anspruch auf das Weihnachtsgeld aufgrund "betrieblicher Übung" entstehen (siehe unter anderem Bundesarbeitsgericht , Urteil v. 28.06.2006, Az. 10 AZR 385/05). Das bedeutet: Zahlen Sie dieses Jahr statt Weihnachtsgeld die steuerfreie Corona-Prämie, wird das Finanzamt das als Gehaltsumwandlung einstufen. Die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 11a EStG ist damit verloren.

Tipp: Findet sich im Arbeitsvertrag ein Freiwilligkeitsvorbehalt für freiwillige Sonderzahlungen, in dem der Arbeitgeber klarstellt, dass er für die Zukunft keine Verpflichtung eingehen möchte, hat der Arbeitnehmer auch keinen Anspruch auf ein freiwilliges Weihnachtsgeld und es darf die seteuerfreie Corona-Prämie ausbezahlt werden.

Stolperfalle 2: Wurde bereits vor dem 1. März 2020 beschlossen, für 2020 eine steuerfreie Sonderzahlung zu leisten und diese Sonderzahlung wird dann als steuerfreie Corona-Prämie ausbezahlt, kippt die Steuerfreiheit. Das bereits vor dem, 1. März 2020 der Wille bestand, für 2020 eine Sonderzahlung zu leisten, kann durch die Bildung einer Rückstellung oder durch Schreiben an die Mitarbeiter vor dem 1. März 2020 erkannt werden.

Stolperfalle 3: Wurde nach dem 1. März 2020 Mitarbeitern eine freiwillige Sonderzahlung in Aussicht gestellt (zum Beispiel als freiwilliges Weihnachtsgeld, Prämie für besondere Leistungen) und diese Zahlung wird 2020 als steuerfreie Corona-Prämie ausbezahlt, wird das Finanzamt die Steuerfreiheit nicht gewähren, weil die Zahlung ursprünglich aus einem anderen Grund geleistet werden sollte.

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