InfoStream -

Mehrwertsteuer, Kinderbonus, Verlustrücktrag Corona-Krise: Diese fünf Steuererleichterungen sind geplant

Im Konjunkturpaket, das der Koalitionsausschuss nach langen Verhandlungen beschlossen hat, stecken wegen der Corona-Krise zahlreiche Steuererleichterungen. Neben der Mehrwertsteuersenkung finden sich weitere Steuervergünstigungen. Hier ein Überblick.

1. Mehrwertsteuersenkung ab 1. Juli 2020

Der reguläre Umsatzsteuersatz soll zwischen dem 1. Juli 2020 und dem 31. Dezember 2020 von derzeit 19 Prozent auf 16 Prozent sinken. Beim ermäßigten Umsatzsteuersatz kommt es in diese Zeit zu einer Senkung von derzeit 7 Prozent auf 5 Prozent.

Ob Unternehmer die gesparte Mehrwertsteuer eins zu eins durch gesenkte Preise an ihre Kunden weitergeben oder bei gleichbleibenden Preisen ihre Gewinnspanne erhöhen, bleibt jedem Unternehmen selbst überlassen.

Einen ausführlichen Beitrag, was Sie als Unternehmer aufgrund der Mehrwertsteuersenkung zu beachten haben, finden Sie in unserem Praxisbeitrag hier.

2. Höherer Verlustrücktrag möglich

Größere Unternehmen, die aufgrund der Corona-Krise existenzbedrohliche Verluste für 2020 erzielen, profitieren von einem höheren Verlustrücktrag. In den Jahren 2020 und 2021 soll der maximale Verlustrücktrag fünf Millionen Euro/zehn Millionen Euro (Ledige/zusammenveranlagte Ehegatten) betragen. Bisher lag der Höchstwerte beim Verlustrücktrag auf 1 Millionen Euro/2 Millionen Euro).

Durch den Verlustrücktrag von 2020 auf 2019 mindert sich das zu versteuernde Einkommen 2019 und die Steuererstattungen für 2019 stärken die finanzielle Liquidität.

3. Degressive Abschreibung kommt wieder

Im Konjunkturpaket ist auch die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter (z.B. Maschine, Auto, Möbel, PC) vorgesehen. Die höhere Abschreibung ist zunächst für die Jahre 2020 und 2021 vorgesehen.

Die degressive Abschreibung beträgt das 2,5fache der linearen Abschreibung, maximal jedoch 25 Prozent der (Rest)Anschaffungskosten.

Beispiel: Hat sich ein Unternehmer im Januar 2020 einen Pkw für seinen betrieblichen Fuhrpark für 50.000 Euro gekauft, würde das nach der linearen Abschreibung von sechs Jahren im Jahr 2020 einen Betriebsausgabenabzug von 8.333 Euro (50.000 Euro : 6 Jahre) bedeuten. Nimmt er die degressive Abschreibung in Anspruch, würden die Betriebsausgaben (Abschreibung) 2020 insgesamt 12.500 Euro (50.000 Euro : 6 = 8.333 Euro x 2,5 = 20.832 Euro; maximal aber 50.000 Euro x 25%).

4. Kinderbonus für Eltern

Eltern dürfen sich im Herbst 2020 für jedes Kind, für das noch Kindergeld bezahlt wird, über einen Kinderbonus von 300 Euro freuen. Richtig freuen können sich allerdings nur Eltern, deren zu versteuernde Einkommen nicht über 65.000 Euro liegt. Denn für Besserverdiener ist der steuerliche Abzug des Kinderfreibetrags günstiger als das Kindergeld samt Kinderbonus.

Und da das Kindergeld samt Kinderbonus auf die Steuervergünstigung aufgrund des Abzugs des Kinderfreibetrags angerechnet wird, wirkt sich der neuen Kinderbonus bei Besserverdienern mit null Euro finanziellem Vorteil aus.

5. Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Echte Alleinerziehende erhalten derzeit einen steuerlichen Entlastungsbetrag von 1.908 Euro und 240 Euro für jedes weitere im Haushalt lebende Kind, für das noch ein Kindergeldanspruch besteht. Rückwirkend ab 1. Januar 2020 soll der Entlastungsbetrag auf 4.000 Euro klettern. Gute Nachricht: Von diesem höheren Entlastungsbetrag sollen echte Alleinerziehende auch noch 2021 profitieren.

  

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten