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Corona-Krise Corona-Förderkredite können ab sofort beantragt werden

Von der Corona-Krise betroffene Unternehmer können ab heute bei ihren Hausbanken Anträge für Förderkredite des KfW-Sonderprogramms stellen. Welche Konditionen gelten und welche Unterlagen beim Antrag nicht fehlen dürfen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Politik und Kreditwirtschaft wollen den krisengeschüttelten Unternehmen möglichst schnell die nötigen Kredite zur Verfügung stellten. "Es kommt jetzt darauf an, den Unternehmen schnell und unbürokratisch zu helfen", betonte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Dazu sollen nicht nur verbesserte Förderbedingungen im KfW-Sonderprogramm 2020, sondern auch eine schnelle und unbürokratische Abwicklung beitragen. "Noch nie haben wir ein Programm so schnell startklar bekommen", sagte der KfW-Vorstandsvorsitzende Günther Bräuning. Der Bund übernehme fast vollständig die Haftung und die Kreditmargen seien extrem niedrig. Von der Corona-Krise betroffene Unternehmen können die Anträge auf KfW-Förderkredite ab sofort bei ihrer Hausbank stellen. 

Kreditbedingungen nochmals verbessert

Wie das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesfinanzministerium weiter mitteilen, sind die Mittel für das KfW-Sonderprogramm unbegrenzt. Sie stehen kleinen, mittleren und großen Unternehmen zur Verfügung und werden über die Unterprogramme KfW-Unternehmerkredit und ERP-Gründerkredit umgesetzt. Dabei wurden die Kreditbedingungen nochmals verbessert. Dies gilt für die Zinssätze, aber auch für die Risikoprüfung, die vereinfacht wird. Bei Förderkrediten bis zu drei Millionen Euro verzichtet die KfW auf eine eigene Risikoprüfung. Um die Prozesse zu beschleunigen, soll diese nur die Hausbank übernehmen. Für Kredite bis zu zehn Millionen Euro werde es eine vereinfachte Prüfung der Kreditrisiken geben, heißt es bei der KfW.

KfW übernimmt noch mehr Haftungsrisiko

Erleichtert wurde der Kreditzugang für das Sonderprogramm darüber hinaus durch eine nochmals verbesserte Risikoübernahme durch die KfW. So übernimmt sie bei Betriebsmittelkrediten 90 Prozent des Risikos gegenüber den Hausbanken. Sollte ein Kredit ausfallen, müssen Hausbanken damit nur zehn Prozent der Kreditsumme abschreiben, was es ihnen insgesamt leichter macht, Kredite zu vergeben. Für größere Unternehmen beträgt die Haftungsfreistellung 80 Prozent. Nach Angaben der KfW betrug sie bisher maximal 50 Prozent. Wie die KfW weiter mitteilt, wurden auch die Kreditzinsen nochmals verbessert. Sie liegen je nach Bonität zwischen 1,0 und 1,46 Prozent effektivem Jahreszins für kleine und mittlere Unternehmen (bis 249 Beschäftigte und 50 Millionen Umsatz). Für größere liegt er zwischen 2,0 und 2,12 Prozent.

Aussagekräfte Kreditunterlagen erleichtern Kreditzusage

Damit Hausbanken und Förderbanken Kreditanträge schnell bearbeiten können, sollten Unternehmen den Banken möglichst aussagekräftige Unterlagen vorlegen, aus denen hervorgeht, dass die Liquiditätsschwierigkeiten auf die Corona-Krise zurückgehen, heißt es bei der KfW. Das kann die letzte Bilanz sein, das können betriebswirtschaftliche Auswertungen wie Auftragseingänge und Stornierungen sein. Die Hausbank stellt den Kreditantrag dann online bei der KfW, die ihn dann je nach Umfang ohne eigene Risikobewertung genehmigen kann.

Hausbanken stehen bereit

Die Kreditwirtschaft ihrerseits will die Kredite so schnell als möglich ausbezahlen. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Banken und Sparkassen werden weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, die zu erwartende Flut von Kreditanträgen zu bewältigen, damit die Hilfe möglichst schnell ankommt", teilte Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) für die Deutsche Kreditwirtschaft mit. Man werde alles dafür tun, um Teil der Lösung zu sein. Dabei seien sich die Geschäftsbanken im Klaren, dass die operative Last bei der Abwicklung der Sonderprogramme auf Seiten der KfW wie der Kreditinstitute immens sein werde.

"Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu begrenzen und stehen unseren Unternehmenskunden zur Seite", versicherte auch der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Helmut Schleweis. 

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