Geldanlage Buy and Hold: Das kann die Strategie für "faule" Investoren

Buy and Hold ist eine der am längsten praktizierten Anlagestrategien. Dabei kaufen Investoren Wertpapiere und halten diese über einen längeren Zeitraum, unabhängig von Marktschwankungen. Doch wie erfolgreich ist die Strategie wirklich?

Illustration: Geschäftsmann malt steigenden Pfeil mit großem Bleistift.
Bei der Buy-and-Hold-Strategie werden Wertpapiere über einen langen Zeitraum gehalten, unabhängig der Schwankungen am Markt. - © tiquitaca - stock.adobe.com

Hin und her macht Taschen leer. Das ist eine gerne zitierte Floskel, um Anlegerinnen und Anleger davon zu überzeugen, die Werte eines Portfolios nicht allzu oft anzufassen, sondern auf den Faktor Zeit zu setzen. Das hat auch damit zu tun, dass es den richtigen Zeitpunkt für den Erwerb und/oder Verkauf eines Wertpapiers nicht gibt, beziehungsweise niemand diesen kennt. Daher ist Buy and Hold (Kaufen und Halten) beliebt.

Buy and Hold: Kaufen und zurücklehnen

Im Kern bedeutet diese Strategie, dass ein Investor Wertpapiere kauft und diese über einen langen Zeitraum hält. In der Regel sind die mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte. Die Idee dahinter ist einfach: Anstatt den Markt ständig zu beobachten und auf kurzfristige Trends zu reagieren, setzt man auf die langfristige Wertentwicklung eines Unternehmens oder eines Index.

Vorteile der Buy-and-Hold-Strategie sind unter anderem geringere Transaktionskosten, Zeitersparnis und Zinseszinseffekte. Da Wertpapiere seltener gehandelt werden, fallen weniger Gebühren an. Es ist keine ständige Überwachung aller Entwicklungen des Marktes notwendig, wie es beim schnellen Drehen von Portfolios der Fall ist. Durch das langfristige Halten von Wertpapieren kann zudem der Zinseszinseffekt voll ausgeschöpft werden. Durch diesen Effekt wächst eine Anlage mit der Zeit dadurch, dass Zinsen nicht nur für das ursprüngliche Kapital sondern auch für die angesammelten Zinsen bezahlt werden.

Das bedeutet: Buy-and-Hold-Investoren kümmern sich nicht um kurzfristige Kursbewegungen und technische Indikatoren, sondern lassen den Faktor Zeit für sich spielen. Trotzdem ist es wichtig, eine sorgfältige Auswahl zu treffen und die ausgewählten Unternehmen regelmäßig zu beobachten. Eine breite Streuung ist für den Erfolg maßgeblich. Es gilt, nicht alle Eier in einen Korb zu legen, sondern über Branchen und Regionen hinweg zu diversifizieren.

8,6 Prozent pro Jahr durch Nichtstun

Das Potenzial dieser Strategie zeigt das MSCI World-Rendite-Dreieck für die monatliche Geldanlage des Deutschen Aktieninstituts DAI. Wer monatlich einen festen Betrag in Aktien des internationalen Aktienindex MSCI World gespart hat, partizipierte an der Kursentwicklung und den Dividenden von Unternehmen aus über 20 Industrieländern. So konnte man beispielsweise bei einer Spardauer von 20 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 8,6 Prozent im Jahr erwirtschaften. Im schlechtesten Fall lag die jährliche Rendite bei 2,2 Prozent, im besten bei 15,4 Prozent.

Studien zeigen, dass Anleger, die der Buy-and-Hold-Strategie folgen, im Durchschnitt über längere Zeiträume und nach Abzug der Gebühren besser abschneiden als diejenigen, die den Markt immer schlagen wollen. Zudem können sie in der Regel die Kapitalertragssteuer aufschieben. Das verbessert die Ergebnisse zusätzlich.

Zum Autor: Dyrk Vieten ist Geschäftsführer der ficon Vermögensmanagement GmbH in Düsseldorf.