Hilfsmaßnahmen unzureichend Bundesweiter Bäcker-Protest: Die Angst vor dem Aus

Bäckerei um Bäckerei schließt derzeit ihre Tore – für immer. Deutschlandweit gingen heute Handwerksbäcker auf die Straße. Sie fürchten sich davor, die nächsten zu sein. Was sie fordern, um zu überleben.

Unter dem Motto "Alarmstufe_Brot" haben deutschlandweit Bäckerinnen und Bäcker auf die Probleme der Branche in der Energiekrise hingewiesen - © ZV/Cherie Brückner

Sie sind das Gesicht der Energiekrise. Seit Monaten senden Bäckereien landauf landab Hilferufe an die Politik. Die Produktion von Backwaren ist energie- und personalintensiv. Die Preise für Rohstoffe, Energie und Personal sind in den vergangenen Monaten teils massiv angestiegen. Viele Betriebe befinden sich deshalb in einer existenzbedrohenden Lage – oder haben bereits aufgegeben.

Die Politik blieb nicht tatenlos und hat mit Dezemberhilfe, Gas- und Strompreisbremse Entlastungen auf den Weg gebracht. Diese seien "richtig und wichtig", betont Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. Doch er warnt: einige Betriebe fallen weiterhin durchs Raster. So bleiben etwa Bäckereien außen vor, die ihre Öfen mit Öl oder Pellets betreiben. Auch an anderen Stellen müsse nachgebessert werden.

Protest-Aktionen in mehreren deutschen Städten

Am Mittwoch gingen deshalb in mehreren deutschen Städten Bäcker und Bäckerinnen auf die Straße. Vor dem Brandenburger Tor in Berlin hielten Innungsbäcker rote Plakate mit Aufschrift #Alarmstufe_Brot in die Luft. In Düsseldorf wurden 5.000 Berliner an Passanten verteilt, um an die Probleme des Bäckerhandwerks zu erinnern. In Magdeburg, Hannover und München überreichten Unternehmer aus dem Bäckerhandwerk Forderungskataloge an ihre Landesregierungen.

"Wir begrüßen die vielen Aktionen in allen Regionen der Republik, denn als Einheit können wir bewirken, dass die Regierungen in Bund und Land nachbessern, um das Bäckerhandwerk zu sichern", sagt Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider.

Härtefallfonds und Schließung der "Winterlücke"

Konkret fordert sein Verband schnellstmöglich Lösungen für Betriebe, die von den bisher vorgesehenen Maßnahmen nicht profitieren. Es brauche einen Härtefallfonds für Betriebe, die durch die Energiepreise in die Verlustzone geraten sind oder mit stark sinkenden Gewinnen zu kämpfen haben. Zudem müsse die "Winterlücke" für Gaskunden geschlossen werden, indem neben der Dezemberhilfe auch Einmalzahlungen im Januar und Februar ausbezahlt werden. Auch die Ungleichbehandlung von Industriekunden und mittelständischen Unternehmen bei der Strompreisbremse müsse zwingend aufgelöst werden.

Die Hilfen müssten "rasch konkretisiert, effektiv und unbürokratisch ausgestaltet, mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet und schnell in Kraft gesetzt werden", fordert Schneider. Andernfalls, so sein Warnruf, hätten Deutschlands Bäcker ein Problem. fre