Ausbildung und Corona Bundesregierung will Ausbildungsprämie verdoppeln

Die Unterstützung für Corona-gebeutelte Unternehmen soll für das kommende Ausbildungsjahr von 2.000 Euro auf 4.000 Euro erhöht werden. Auch bei der Übernahmeprämie sind neue Kriterien geplant.

Karin Birk

Die Bundesregierung will Ausbildungsbetrieben den Zugang zur Ausbildungsprämie erleichtern. Wer genauso viele oder mehr Azubis einstellt, wird unterstützt und auch Betriebe, die Azubis von anderen Betrieben pandemiebedingt übernehmen. - © kegfire - stock.adobe.com

Angesichts einer anhaltend schwierigen Situation am Ausbildungsmarkt will die Bundesregierung die Ausbildungsprämie erhöhen und die Zugangsbedingungen lockern. "Die Lage am Ausbildungsmarkt ist schwierig und macht mir große Sorgen", sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Die Regierung wolle deshalb den Schutzschirm breiter spannen und verbesserte Leistungen einem größeren Kreis an Betrieben zugänglich machen. "Wir wollen insgesamt die Ausbildungsprämie verdoppeln von 2.000 Euro auf 4.000 Euro", sagte er mit Blick auf die Unternehmen, die die Zahl der Ausbildungsverhältnisse halten können. Für Unternehmen, die zusätzliche Auszubildende einstellen, soll die Prämie von 3.000 Euro auf 6.000 Euro erhöht werden. Die Vorschläge würden derzeit mit dem Bundesbildungsministerium abgestimmt und sollten noch im März verabschiedet werden.

Künftig auch Zuschuss zur Vergütung von Ausbildern geplant

Heil sieht den Ausbildungsmarkt derzeit vor einer "großen Bewährungsprobe". Denn zum einen fehlten vielen Jugendlichen die gewohnte Berufsorientierung und diverse Praktika und zum anderen zögerten Unternehmen angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage mit dem Angebot an Ausbildungsplätzen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass junge Menschen jetzt ins Bodenlose fallen und wir uns nach der Krise, wenn es wieder aufwärts geht, über massiven Fachkräftemangel beklagen", sagte er. Deshalb brauche es eine "nationale Kraftanstrengung für Ausbildung". Dabei sollten nicht nur die Ausbildungsprämien verdoppelt und ein Zuschuss zur Ausbildungsvergütung bezahlt werden. Künftig solle es auch einen Zuschuss für die Vergütung der Ausbilder geben.

Auch größere Betriebe sollen in den Genuss von Ausbildungsprämien kommen

Wie das Bundesbildungsministerium weiter mitteilte, sehe der entsprechende Referentenentwurf vor, dass die neuen Ausbildungsprämien für neu abgeschlossene Ausbildungsverträge ab dem 1. Juni 2021 gelten sollen. Bis dahin könnten die Prämien nach der bisherigen Regelung beantragt werden. Außerdem sei eine Ausweitung der anspruchsberechtigen Unternehmen auf kleine und mittlere Betriebe mit bis zu 499 Mitarbeitern (bisher 249) Mitarbeitern vorgesehen. Förderberechtigt sollen nach den bisherigen Planungen diejenigen Unternehmen sein, die erheblich von Corona betroffen sind und so seit Januar 2020 mindestens in einem Monat in Kurzarbeit waren oder einen Umsatzrückgang um mindestens 30 Prozent in einem Monat seit April 2020 im Vergleich zum entsprechenden Monat im Jahr 2019 nachweisen können. Bisher müssen sie dafür Umsatzeinbußen von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten zwischen April und Dezember 2020 beziehungsweise von 30 Prozent in mindestens fünf zusammenhängenden Monaten gegenüber dem Vorjahr haben.

Übernahmeprämie soll ebenfalls verdoppelt werden

Darüber hinaus ist eine Verdoppelung der Übernahmeprämie von 3.000 auf 6.000 Euro geplant. Wie es in dem der DHZ vorliegenden bisherigen Entwurf weiter heißt, soll es eine solche Prämie nicht nur dann geben, wenn der Auszubildende von einem insolventen Unternehmen übernommen werde. Vielmehr solle künftig eine Prämie auch dann bezahlt werden, wenn "aus wichtigem pandemiebedingten Grund" die Kündigung des Ausbildungsverhältnisses ausgesprochen oder durch einen Auflösungsvertrag einvernehmlich aufgelöst wurde. Auch solle die Prämie nach den bisherigen Plänen ab Inkrafttreten der zweiten Änderungsbekanntmachung gelten. Wie aus den Vorschlägen weiter hervorgeht, soll es Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit sowohl für die Ausbildungsvergütung wie auch für die Vergütung von Ausbildern geben.