Konjunkturprognose Bundesregierung rechnet 2023 mit Mini-Wachstum

Bundeswirtschaftsminister Habeck hat den Jahreswirtschaftsbericht vorgelegt. Demnach ist die Lage besser als bisher erwartet.

Robert Habeck bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts 2023. - © picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Die Bundesregierung hebt ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr leicht an. "Es ist diesem Land gelungen eine schlimme Wirtschaftskrise abzuwenden", sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Er rechne mit einem Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent. Im Herbst hatte die Bundesregierung noch mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,4 Prozent in 2023 gerechnet. "Wir gehen jetzt davon aus, dass die Rezession kürzer und milder ist, wenn sie denn stattfindet", erklärte Habeck. Das lässt auch Handwerkspräsident Jörg Dittrich optimistischer in die Zukunft blicken.

Habeck: Ausrüstungsinvestitionen legen zu

Nach den Worten Habecks ist die wirtschaftliche Krise noch nicht vorbei, aber beherrschbar geworden. Szenarien einer Gasmangellage mit einem drastischen Konjunktureinbruch hätten mit vereinten Kräften abgewendet werden können. Jetzt gehe es darum, Deutschland bei der Energieversorgung noch unabhängiger zu machen. Dazu soll es entsprechende Anreize geben. Mittlerweile habe sich auch die Stimmung bei den Unternehmen weiter verbessert, sagte Elga Bartsch, die neue Abteilungsleiterin für Wirtschaftspolitik im Bundeswirtschaftsministerium. Insgesamt werde für 2023 mit einem Plus bei den Ausrüstungsinvestitionen um 3,3 (Vorjahr: 2,5) Prozent gerechnet.

Ministerium rechnet mit Rückgang der Inflation auf 6 Prozent

Dagegen werde der private Konsum derzeit anders als im Vorjahr "ziemlich gebeutelt", sagte Bartsch. Im Vorjahr profitierte der private Konsum noch von Nachholeffekten der Corona-Krise. Die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale sehen sowohl Habeck wie Bartsch nicht. Insgesamt erwartet das Wirtschaftsministerium in seinem Jahreswirtschaftsbericht einen Rückgang der Inflation auf sechs Prozent, nach 7,9 Prozent in diesem Jahr.

Dittrich hält Erholung im späteren Jahresverlauf für möglich

Wie Handwerkspräsident Dittrich sagte, sieht auch das Handwerk "gute Gründe dafür, dass sich nach dem Krisenjahr 2022 die Lage im späteren Jahresverlauf 2023 wieder bessern wird." Noch hätten aber viele Betriebe mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Der Grund: Die Herausforderungen durch hohe Energiekosten, angespannte Lieferketten und nach wie vor fehlende Materialien hätten sich nicht schlagartig zum Jahreswechsel geändert. Damit sich die Betriebe im Zuge der Konjunkturerholung auch verstärkt um Zukunftsthemen wie Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Anpassung an die Energie- und Klimawende kümmern zu können, fordert Dittrich politische Unterstützung. Insbesondere bei der Fachkräftesicherung und beim Abbau der Bürokratie müsse sich die Politik noch deutlich mehr ins Zeug legen, betonte er.