DHZ-Konjunkturumfrage: Branchenspiegel Kfz-Gewerbe nimmt Fahrt auf

Konjunkturoptimismus macht sich breit – bei den Unternehmen wie auch in vielen deutschen Haushalten. Die Verbraucher gönnen sich etwas: ein neues Auto, eine aufwändige Wohnungssanierung, eine teure Urlaubsreise, gutes Essen. Davon profitiert ein großer Teil des Handwerks.

Marco Wenz und Lothar Semper

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    Das robuste Werkstattgeschäft befördert die Konjunktur im Kraftfahrzeuggewerbe. Im Autohandel hilft das gegen Preisdruck und Rabattschlachten.

Baugewerbe

Im Bauhauptgewerbe befinden 87 Prozent der Betriebe ihre Lage für gut oder befriedigend. Die Nachfrage im Wohnungsbau ist ungebrochen; dort trifft hoher Bedarf auf günstige Finanzierung. Da die Unternehmen wieder mehr investieren, kommt zudem der Wirtschaftsbau auf Touren. Laut amtlicher Statistik lagen die Auftragseingänge in diesem Segment im Januar um 27 Prozent über dem Vorjahreswert. Nur im öffentlichen Straßenbau ist die Entwicklung noch nicht eindeutig.

Auch das Ausbaugewerbe ist gut durch den Winter gekommen; die Kapazitätsauslastung erreicht mit 80 Prozent eine für die Jahreszeit herausragende Marke. Und so geht es weiter: 78 Prozent erhielten in den Anfangsmonaten gleich viele oder mehr Aufträge als im vierten Quartal 2013. Das Sanierungspotenzial in Deutschland ist gewaltig. Dazu nur ein Beispiel: Jede fünfte Ölheizung ist nach Angaben des Umweltministeriums älter als 21 Jahre.

Kraftfahrzeuggewerbe

Der Autohandel in Deutschland kommt in Fahrt. In den ersten drei Monaten 2014 wurden 712.000 Pkws neu registriert – 5,6 Prozent mehr als 2013. Der hohe Zuwachs täuscht jedoch ein wenig; er erklärt sich zum Teil durch das schwache Vorjahr und die hohen Rabatte, mit denen die Händler den Absatz ankurbeln und dem zunehmenden Preisdruck aus dem Internet begegnen.

Dennoch geben die Kfz-Betriebe ihrer aktuellen Lage ordentliche Noten, auch weil sie sich auf das robuste Werkstatt- und Gebrauchtwagengeschäft stützen. 76 Prozent stuften ihre Gesamtsituation als gut oder befriedigend ein. Dadurch setzte man sich deutlich vom Jahresauftakt 2013 ab (Quote damals: 64 Prozent).

Lebensmittelhandwerk

Das Lebensmittelhandwerk steckt in einem Dilemma. Einerseits herrscht enormer Kosten- und Wettbewerbsdruck; jüngstes Beispiel ist die Preissenkung für Fleischprodukte, mit der die Discounter im März aufwarteten. Gleichzeitig sind die Erwartungen der Verbraucher hoch, wenn es um die Erzeugung hochwertiger und sicherer Lebensmittel geht. Dank einer transparenten Wertschöpfungskette mit Rohstoffen und Fachkräften aus der Region meistert das Handwerk diesen Spagat. Laut TNS Emnid genießen Bäcker, Fleischer und Konditoren das Vertrauen von 83 Prozent der Verbraucher.

Das schlägt sich auch in den Konjunkturdaten nieder: 85 Prozent waren im Berichtszeitraum, der keine wichtigen Feiertage enthielt, mit dem Geschäftsverlauf zufrieden. 62 Prozent erzielten gleich bleibende Umsätze gegenüber dem Schlussquartal 2013.

Handwerk für gewerblichen Bedarf

Die höhere Investitionstätigkeit hat dem Handwerk für gewerblichen Bedarf mehr Aufträge beschert. 22 Prozent der Betriebe meldeten ein Auftragsplus (vor einem Jahr nur 14 Prozent). In diesen Zahlen kamen die weltweit besseren Konjunkturperspektiven zum Ausdruck.

Allerdings ist die Auftragsentwicklung in deutschen Industrie-Unternehmen noch nicht so dynamisch, dass die Kapazitäten dieser wichtigen Handwerkskunden ausgeschöpft wären. Ein Indiz dafür ist die weiter schwache Kreditnachfrage. Nach Ansicht der Bundesbank lockerten die Banken zuletzt erneut den Zugriff auf Kredite – trotz strengerer regulatorischer Vorgaben.

Handwerk für privaten Bedarf

31 Prozent aus der Gruppe der Handwerke für privaten Bedarf registrierten gute Geschäfte, 50 Prozent waren zufrieden, nur 19 Prozent befanden sich in einer ungünstigen Lage. Friseure, Schneider, Schuhmacher oder auch Fotografen zielen mit ihrem Angebot auf Kunden, die nicht nur gute Produkte schätzen, sondern auch Personal, das sich für sie Zeit nimmt. Da ist es gut, wenn die Verbraucher nicht jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Laut der GfK war die Kaufbereitschaft in den letzten sieben Jahren nicht mehr so gut wie heute.