Der Bundesverband BioEnergie (BBE) hat im Rahmen des 10. Internationalen BBE-Fachkongresses für Holzenergie in Augsburg von der Politik eine konsequente Umsetzung der Ausbauziele des Energiekonzeptes für den erneuerbaren Wärmemarkt eingefordert.
Bioenergie soll konsequent gefördert werden
Mit der bisherigen Stopp- and Go-Förderpolitik des Marktanreizprogrammes zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP) seien die Ausbauziele nicht zu erreichen. Der BBE fordert daher zum einen die Haushaltsmittel des MAP kurzfristig deutlich zu erhöhen, um stetige Investitionszuschüsse für Biomasse-Heizungen zu ermöglichen. Zum anderen hält der BBE die Einführung eines neuen haushaltsunabhängigem Förderinstruments für dringend notwendig, um dauerhaft planbare Investitionen in innovative Biomassefeuerungsanlagen und Nahwärmelösungen mit Biowärme anstoßen zu können.
Der im Energiekonzept angekündigte "Energie- und Klimafonds“ des Bundes müsse somit in der Mittelverwendung einen deutlichen Schwerpunkt auf den Wärmemarkt setzen und ausreichend Mittel zur Verfügung stellen, betonte Helmut Lamp, Vorstandsvorsitzender des BBE auf der Renexpo, einer Fachmesse für Regenerative Energien und Energieeffizientes Bauen und Sanieren in Augsburg.
Kontinuität beim Erneuerbare Energien Gesetz angemahnt
Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) müsse bei der in 2011 anstehenden Novellierung mit seinen Eckpfeilern wie Einspeisevorrang und kostendeckender Einspeisevergütung weiter fortgeführt, an bestimmten Stellen aber optimiert werden, um den zukünftigen Marktausbau der Biomasseverstromung nicht zu gefährden, erklärte BBE-Vorstandsmitglied Daniel Hölder.
Konkreten Optimierungsbedarf sieht der BBE insbesondere in einer notwendigen Öffnung des Ausschließlichkeitsprinzips des NaWaRo-Bonus, ( Nachwachsende Rohstoffe) für die feste Biomasse, um zukünftig durch den gleichzeitigen Einsatz von Waldholz, Landschaftspflegeholz, KUP-Holz, Industrierestholz und Altholz in Biomasseheizkraftwerken einen flexibleren sowie ökonomisch und ökologisch optimierten Anlagenbetrieb zu ermöglichen.
Interessante Marktperspektiven für die Bioenergie sieht der BBE zudem in dem im Energiekonzept angekündigten Stetigkeitsbonus. "Die Wertigkeit von Biomassestrom kann erhöht werden, wenn eine bedarfsgerechte Einspeisung honoriert wird. An diesen neuen Markt müssen die Unternehmen durch effiziente Anreize herangeführt werden“, so Hölder. Ebenso müsse es im Rahmen einer Marktintegration das Ziel sein, zukünftig mehr Biomassestrom außerhalb des EEG direkt zu vermarkten. "Die Gewährung der EEG-Boni während der Direktvermarktung wäre hierzu ein Erfolg versprechender Lösungsansatz im novellierten EEG“, so Hölder weiter.
Zur Erweiterung und Sicherung der Rohstoffbasis plädiert der BBE für eine intensive Nutzung von Landschaftspflegehölzern sowie Landschaftspflegematerialien. Deren Mobilisierung müsse einerseits durch entsprechende Regelungen im Energierecht gestärkt werden. Andererseits dürfe das gegenwärtig novellierte Kreislaufwirtschafts- und Abfallrecht diese Ziele nicht konterkarieren.
hjs