Beschäftigte im Zimmererhandwerk haben ein überdurchschnittliches Unfallrisiko. Die Baugenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) richtet dem Gewerbe deshalb eine eigene Tarifstelle ein. Das bedeutet Mehrkosten.

Im April 2018 fallen Zimmerer das letzte Mal in die jetzige Gefahrklasse. Für den Beitragsbescheid 2018, der im April 2019 ausgestellt wird, müssen Gewerbe aus dem Zimmererhandwerk mit Mehrkosten rechnen.
Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der Baugenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU), begründet den Schritt mit "der Tatsache, dass die Unfallbelastung im Zimmererhandwerk unvermindert hoch ist." Im Jahr 2016 hatte jeder achte Zimmerer einen Arbeitsunfall. Damit ist das Unfallrisiko des Gewerks doppelt so hoch wie die durchschnittliche Unfallquote in der Bauwirtschaft.
Beiträge für Zimmerer steigen
Die Begünstigten der Reform sind Betriebe der Tarifstelle Bauwerksbau. Ihre Gefahrklasse wird von bisher 15,12 auf 12,58 herabgesetzt. Die Tarifstelle Zimmererarbeiten wird dagegen auf 18,12 heraufgesetzt. Bisher kann die BG BAU noch keine Prognosen erstellen, wie viel Mehrkosten auf betroffene Handwerksbetriebe zukommen werden.
Erste Einblicke werden die Betragsberechnungen für das Jahr 2017 im April dieses Jahres geben. Die Beiträge werden aber auf jeden Fall steigen. Gerd Renz, Obermeister der Zimmererinnung Reutlingen, fürchtet einen Anstieg der Beiträge der Berufsgenossenschaft um rund 20 Prozent. dhz