Branche -

Daten der vergangenen Monate BG BAU warnt: Zahl tödlicher Arbeitsunfälle gestiegen

Die Zahl tödlicher Arbeitsunfälle ist in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen, wie aktuelle Daten zeigen. Häufigste Ursachen waren Abstürze von Dächern und Durchstürze. Die BG BAU spricht von einer alarmierenden Entwicklung und appelliert eindringlich an den Arbeitsschutz.

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) zeigt sich angesichts der angestiegenen Zahl von tödlichen Arbeitsunfällen am Bau besorgt. Aktuelle Daten zeigen, dass bereits 15 Menschen von Mitte März bis Ende April auf deutschen Baustellen durch Unfälle ums Leben gekommen sind. Abstürze von Dächern und Durchstürze waren dabei die häufigste Ursache.

15 Todesfälle von März bis Ende April

Die Analyse der Zahlen zeigt, dass es sich bei den 15 Todesfällen im Verlauf von sechs Wochen Coronavirus-Pandemie um sechs Abstürze von Dächern handelte – davon fünf Abstürze nach innen durch ungesicherte Dachöffnungen bzw., nicht durchbruchsichere Dachflächen - sowie zwei Abstürze von Gerüsten. Vier Unfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit herabstürzenden oder kippenden Bauteilen. Drei Unfälle geschahen im Umgang mit Baumaschinen.

Coronavirus dominiert die Arbeitswelt

"Seit Wochen dominieren das Coronavirus und die entsprechenden Regelungen die Arbeitswelt. Verständlich, dass damit viel Aufmerksamkeit und Energie auf den Baustellen, die ja nach wie vor weiterarbeiten, gebunden wird", so Bernhard Arenz, Präventionsleiter der BG BAU. "Doch das darf keinesfalls dazu führen, dass der Arbeitsschutz generell aus dem Blick gerät – denn die Beschäftigten bezahlen dies unter Umständen mit ihrem Leben."

Durch Aufklärung, Sensibilisierung und verstärkte Baustellenbesuche möchten die Präventionsexperten der BG BAU der Entwicklung entgegensteuern. Denn zumeist ließen sich die Unfälle mit einfachen Mitteln verhindern. "Die Situation muss uns alle wachrütteln. Wir brauchen ein konzentriertes, gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten. Arbeitsschutz muss wieder in den Fokus rücken", so Arenz. sar

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten