Recht + Steuern -

Steuertipp Bewirtungskosten: Keine Vorsteuerkürzung bei formellen Mängeln

Bei der Überprüfung von Bewirtungsbelegen sucht der Prüfer gezielt Belege heraus, auf denen die Eintragungen zum Teilnehmerkreis und zum Anlass der Bewirtung fehlen. Folge: Kürzung des Betriebsausgabenabzugs und Rückforderung der Vorsteuererstattung. Bei der Vorsteuer lohnt sich nun Gegenwehr.

Bewirten Sie Geschäftsfreunde oder Kunden im Restaurant, dürfen Sie die Bewirtungskosten zu 70 Prozent als Betriebsausgaben abziehen. Die ausgewiesene Umsatzsteuer (= Vorsteuer) bekommen Sie zu 100 Prozent erstattet. Das erfordert jedoch ein wenig Disziplin. Sie müssen auf dem Bewirtungsbeleg festhalten, wer bei der Bewirtung dabei war und welche betrieblichen Gesprächsinhalte zu dem Essen führten.

Wichtig auch: Die Bewirtungskosten muss getrennt von den übrigen Betriebsausgaben aufgezeichnet bzw. verbucht werden. Fehlen Angaben zum Teilnehmerkreis oder zum Grund der Bewirtung, kippen regelmäßig der Betriebsausgaben- und der Vorsteuerabzug.

Unterlagen zur Vorsteuer können nachgereicht werden

Am Verlust des Betriebsausgabenabzugs lässt sich nicht rütteln. Bei der Vorsteuererstattung können Sie nach einer neuen Entscheidung die Angaben zum Teilnehmerkreis und zum Anlass der Bewirtung nachträglich erbringen. Das steht schwarz auf weiß in einem aktuellen Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg (Urteil 9.4.2019, Az. 5 K 5119/18).

Steuertipp: Weisen Sie den Prüfer des Finanzamt auf dieses neue Urteil hin und geben Sie ihm noch während der laufenden Prüfung die notwendigen Angaben. Damit vermeiden Sie, dass der Prüfer die Vorsteuer kürzt und Sie in einem Einspruchsverfahren die Angaben vorlegen müssen. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten