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Steuer aktuell: Doppelbesteuerungsabkommen Besteuerung: Ausländische Betriebsstätte

Immer häufiger erbringen deutsche Mittelständler auf Auslandsbaustellen ihre Bauleistungen. Liegt im Ausland nach dem Doppelbesteuerungsabkommen eine Betriebsstätte vor, ist der Gewinn bzw. Verlust aus dieser Betriebsstätte aus der deutschen Gewinnermittlung auszugliedern. Doch wie wird dieser Gewinn für ausländische Betriebsstätten ermittelt?

Besteuert das ausländische Finanzamt den Betriebsstättengewinn, muss sich der deutsche Unternehmer dafür entscheiden, wie er den Gewinn im Ausland ermittelt. Bei Bau- und Montagebetriebsstätten favorisieren die Finanzbehörden in aller Regel die Kosten-Aufschlagsmethode, auch als Cost-Plus-Methode bezeichnet. Hierbei werden sämtliche Kosten, die im Ausland durch die dortige Betriebsstätte angefallen sind ermittelt. Das deutsche Stammhaus (der deutsche Unternehmensteil) übernimmt diese Kosten und schlägt noch zwischen 5 Prozent und 10 Prozent auf.

Unterschied : Wo werden welche Arbeiten erbracht

Beispiel für Kosten-Aufschlagsmethode: Der Gewinn der XY-Bau GmbH in Deutschland beträgt 500.000 Euro. In diesem Gewinn stecken 100.000 Euro Ausgaben für eine Baubetriebsstätte in Österreich. Der Betriebsstättengewinn soll nach der Kosten-Aufschlagsmethode (10 Prozent Aufschlag) ermittelt werden.

Deutscher Unternehmensteil (Stammhaus) Ausländischer Unternehmensteil (Betriebsstätte)
Gewinn 500.000 Euro 0 Euro
Ausgliederung/Eingliederung Kosten der Betriebsstätte +100.000 Euro -100.000 Euro
Kostenaufschlagsmethode mit 10 Prozent Aufschlag -100.000 Euro +100.000 Euro
Zu versteuerndes Einkommen 490.000 Euro 10.000 Euro

Fazit: Diese Berechnungsmethode für das ausländische Betriebsstättenergebnis ist die einfachste und zeitsparendste Methode. Sie wird immer dann gewählt, wenn die ausländische Betriebsstätte kaum Risiken und Funktionen hat. Mit anderen Worten: Werden die Planungsarbeiten in Deutschland erbracht, das Risiko für Garantieleistungen liegt in Deutschland und im Ausland setzt Personal die Planungen nur durch, muss im Ausland ein kein großer Gewinn entstehen. dhz

Weitere Tipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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