Steuer aktuell: Betriebsunterbrechungsversicherung Erkrankungsrisiko: Gilt die Versicherung als Betriebsausgabe?

Leistet eine GmbH Zahlungen in eine Betriebsunterbrechungsversicherung, mit der das Erkrankungsrisiko der der GmbH-Geschäftsführer abgedeckt werden soll, stellt sich die Frage, ob die Versicherungsbeiträge als Betriebsausgaben abziehbar sind oder ob eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt?

© tom_nulens - stock.adobe.com

Für das Finanzamt ist die Sache klar. Die Versicherungszahlungen stellen eine verdeckte Gewinnausschüttung dar. Folge: Die Beiträge sind dem Gewinn der GmbH außerbilanzmäßig wieder zuzurechnen und der GmbH-Geschäftsführer muss in gleicher Höhe Kapitalerträge versteuern. Doch die Auffassung des Finanzamts bekommt erste Risse.

Denn das Finanzgericht Niedersachsen hat die Beitragszahlungen einer GmbH in eine Betriebsunterbrechungsversicherung zur Absicherung der Erkrankung der GmbH-Geschäftsführer als Betriebsausgaben der GmbH qualifiziert (Urteil v. 14.2.2013, Az. 6 K 107/11; Revision anhängig).

Eventuelle Versicherungsleistung ist nicht für Privatbereich

Die bisherigen Urteile zum Betriebsausgabenabzug für Betriebsunterbrechungsversicherungen betrafen nur Einzelunternehmer und Freiberufler, die die Versicherungszahlungen im Krankheitsfall privat für die Bestreitung ihrer Lebenshaltungskosten verwendet hätten. Das ist beider GmbH jedoch nicht der Fall. Die GmbH würde die Zahlungen der Versicherungen im Krankheitsfall der GmbH-Geschäftsführer für betriebliche Zwecke einsetzen.

Tipp: Leider werden die Sachbearbeiter und Prüfer im Finanzamt dieses steuerzahlerfreundliche Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen ignorieren, weil unter dem Aktenzeichen I R 16/13 die Revision beim Bundesfinanzhof zugelassen wurde. Zur Wahrung Ihrer Chancen auf einen Betriebsausgabenabzug für Beiträge in gleichgelagerten Fällen, muss die GmbH Einspruch gegen nachteilige Steuerbescheide einlegen und ein Ruhen  des Einspruchsverfahrens beantragen. dhz

Weitere Steuertipps gibt es imDHZ-Steuerarchiv .