Steuer aktuell Betriebsaufgabe: Antrag auf ermäßigte Besteuerung prüfen

Geben Sie Ihren Handwerksbetrieb auf oder veräußern diesen, steht Ihnen unter bestimmten Voraussetzungen ein Freibetrag zu. Für den verbleibenden Aufgabe- und Veräußerungsgewinn können Sie eine begünstigte Besteuerung beantragen. Prüfen Sie unbedingt, ob der Antrag in der Steuererklärung tatsächlich gestellt wurde.

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Wird der Antrag auf ermäßigte Besteuerung in der Steuererklärung versehentlich nicht gestellt und die einmonatige Einspruchsfrist ist verstrichen, gibt es keine Möglichkeit mehr auf die ermäßigte Besteuerung.

Selbst eine Berichtigung aufgrund offenbarer Unrichtigkeit nach § 129 Abgabenordnung scheidet aus (Finanzgericht Baden-Württemberg, Urteil v. 22.2.2012, Az. 2 K 677/11; Pressemittelung des FG v. 26.6.2012).

Freibetrag

Haben Sie Ihr 55. Lebensjahr vollendet oder sind Sie dauernd berufsunfähig im sozialversicherungsrechtlichen Sinne, wird der Aufgabe- bzw. Veräußerungsgewinn nach § 16 Abs. 4 EStG um einen Freibetrag von 45.000 Euro gekürzt. Manko dabei: Der Freibetrag ermäßigt sich um den Betrag, um den der Veräußerungsgewinn 136 000 Euro übersteigt. Mit anderen Worten: Ist den Gewinn höher als 181.000 Euro, beträgt der Freibetrag null Euro.

Ermäßigte Besteuerung

Einen Gewinn aus der Aufgabe oder aus der Veräußerung des Handwerksbetriebs stellten außerordentliche Einkünfte i.S.d. § 34 EStG dar. Diese sind grundsätzlich nach § 34 Abs. 1 EStG begünstigt (sog. Fünftelregelung). Alternativ kann auf Antrag bei Stpfl. unter den gleichen Voraussetzungen wie bei § 16 Abs. 4 EStG bis zu einem Höchstbetrag von 5 Mio. € ein ermäßigter Steuersatz nach § 34 Abs. 3 EStG angewendet werden.

Tipp: Den ermäßigten Steuersatz gibt es jedoch nur auf expliziten Antrag in der Steuererklärung. Ohne Antrag besteuert das Finanzamt den Aufgabe- bzw. Veräußerungsgewinn mit Ihrem normalen persönlichen Steuersatz.

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv .