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Hände richtig schützen und pflegen Berufsgenossenschaft warnt: Einmalhandschuhe machen die Haut krank

Mitarbeiter an Theken und Kassen mit viel Kundenkontakt tragen momentan immer öfter Handschuhe. Doch viele Beschäftigte schaden damit ihrer Haut. Die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik gibt Tipps zum richtigen Umgang mit Handschuhen und zur Pflege der Hände. Sie hat außerdem eine Hautschutz-Hotline eingerichtet.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus tragen zahlreiche Angestellte im Handel im Moment nicht atmungsaktive Einmalhandschuhe. Doch diese Handschuhe machen die Haut auf Dauer krank, warnt die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik. Für diejenigen, die sich aktuell scheuen wegen Hautbeschwerden zum Arzt zu gehen, bietet die BGHW eine telefonische Hautschutz-Hotline an. Fachleute beantworten Fragen zum richtigen Schutz der Haut, zur Pflege und dem Erkennen von Hauterkrankungen. Außerdem hat die Berufsgenossenschaft ein umfassendes Informationsangebot mit Fragen und Antworten online.

Ist das Tragen von Handschuhen sinnvoll?

Für den Erreger SARS-CoV-2 wird davon ausgegangen, dass die Übertragung hauptsächlich als Tröpfcheninfektion stattfindet. Die sogenannte Kontakt- oder Schmierinfektion, bei der Erreger nach Kontakt mit kontaminierten Flächen usw. über die Hände in Eintrittspforten wie Mund, Nase, Augen gelangen, spiele dem gegenüber eine untergeordnete Rolle, wie die Berufsgenossenschaft mitteilt. Diesem denkbaren Infektionsweg könne durch Beachtung der Händehygiene und ggf. Händedesinfektion effektiv entgegengewirkt werden. Handschuhe könnten ein falsches Sicherheitsgefühl erwecken. Während der Benutzung werden sie genauso kontaminiert, wie eine unbedeckte Hand. Das Tragen von Handschuhen bewirke daher in Hinblick auf die Weitergabe von Keimen mit den Händen keine Verbesserung.

Da in manchen Betrieben nicht immer und überall Waschgelegenheiten und Handdesinfektionsmittel genutzt werden können, rät die BGHW Einweghandschuhe so zu nutzen, dass hiervon nicht die Gefahr einer unbeabsichtigten Keimverschleppung ausgeht. Ein großes Problem bei flüssigkeitsdichten Handschuhen entsteht dann, wenn sich ein Feuchtigkeitsstau bildet, was wiederum leicht zu Hautproblemen führen kann (z. B. trockene Haut, Juckreiz, Rötung). Daher empfiehlt die Berufsgenossenschaft die Verwendung von Unterzieh-Baumwollhandschuhen sowie häufige Handschuhwechsel.

Bei Reinigungsarbeiten, z. B. mit Flächendesinfektionsmitteln, kann die Anwendung von Schutzhandschuhen erforderlich sein. Chefs und Mitarbeiter sollten hier sind die Herstellerangaben beachten.

Wie pflege ich meine Hände richtig?

Die Berufsgenossenschaft gibt außerdem Tipps zur richtigen Pflege der Hände, denn sowohl häufiges Waschen, als auch Händedesinfektion und Tragen von Handschuhen strapazieren die Haut. Hautpflegemittel sollten nach Angaben der BGHW möglichst feuchtigkeitsbindende Inhaltsstoffe, wie z. B. Urea oder Glycerin, enthalten und idealerweise frei von Duftstoffen sein. Für die Anwendung während der Arbeitszeit ist eine schnell einziehende Creme oder Lotion geeignet. Für das Eincremen nach der Arbeit in der Freizeit sind fetthaltigere Cremes zu empfehlen, um der Haut ausgewaschene Fette und Feuchtigkeit zurückzugeben.

Üblicherweise werden Hautpflegemittel vor längeren Pausen und nach Arbeitsende aufgetragen. Sie können aber auch zwischendurch, z.B. nach dem Händewaschen, angewendet werden.

Experten-Tipp: Beim Eincremen an Fingerkuppen, Nagelfalz und Fingerzwischenräume denken.

Wenn Mitarbeiter Einmalhandschuhe verwenden müssen, ist folgendes zu beachten:

  • Handschuhe möglichst wechseln, wenn sie innen feucht sind. Eventuell Baumwollhandschuhe unterziehen (ebenfalls rechtzeitig wechseln)
  • Nach der Benutzung Hautpflegemittel auftragen

Die Anwendung von Hautschutz- oder Hautpflegemitteln unter Einmalhandschuhen wird nicht empfohlen, da für eine Schutzwirkung (Verringerung der Hautquellung, bzw. des Schwitzens) bisher keine überzeugenden Wirksamkeitsnachweise vorlägen. Zudem könne je nach Zubereitungsform das Aufquellen der Haut unter dem Handschuh und das Herauslösen von Handschuhinhaltsstoffen gefördert werden.

Wo bekomme ich weitere Hilfe bei Hautproblemen?

Wer mit Hautproblemen konfrontiert ist und Fragen hat, kann sich nun auch telefonisch von den Experten den BGHW beraten lassen. Betroffene können ihre Symptome abklären und sich Beratung zur Behandlung ihrer Beschwerden einholen. Außerdem informieren die Fachleute über die richtige Auswahl von Handschuhen. Wenn erforderlich, wird auch bei der Suche nach einem Hautarzt vor Ort unterstützt. Spezielle Hautmittel und Handschuhe werden bei Bedarf zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt.

Die Hautschutz-Hotline der BGHW ist Montag bis Freitag von 08:00 bis 18:00 Uhr unter : 0621/183-8030 erreichbar. Von dort erfolgt die Weiterleitung zu den Experten. jes

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