Das ITB präsentiert praxisnahe Projekte auf der IHM

Beispielhaft zukunftsfähig
Warum ist das deutsche Handwerk so erfolgreich? Vor allem aber, wie kann dieser Erfolg dauerhaft gesichert werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der diesjährigen Internationalen Handwerksmesse 2008 in München. Die Frage nach den Faktoren zum Thema „Handwerksbetriebe sichern ihre Zukunftsfähigkeit“ war deshalb auch das Motto eines so genannten Marktplatzes, den das itb-Institut für Technik der Betriebsführung in Karlsruhe eröffnet hatte. „Gehandelt“ wurde mit erfolgversprechenden Strategien und Modellen. Den Spagat zwischen dieser Idee und der eigentlichen Unternehmung will beispielsweise das vom BMBF geförderte und vom itb durchgeführte Projekt „Internationalisierung handwerklicher Dienstleistungen“ erleichtern. Für die Nähe zur Unternehmenspraxis sorgen ausgewählte Handwerksbetriebe wie Jürgen Kull mit seiner Kull Schmiede+Design GmbH in Bruchsal. Der Unternehmer berichtete über seine Erfahrungen und Erfolge beim Aufbruch in die globalisierte Geschäftswelt. Ein viersprachiger Internetshop gestattet dem Kunden heute zu jeder Tages- und Nachtzeit virtuelle Spaziergänge durch die Welt des Kull-Designs.
Eine Fülle von Produktinformationen erhält der Design-Spaziergänger außerdem. Er bekommt sogar Montageanleitungen und Pflegetipps. Die klare, nachvollziehbare Preisdarstellung mit automatischer Versandkostenermittlung je nach Versandmenge und Länderauswahl sowie automatischer EU- und Nicht-EU-Mehrwertsteuerausweisung erleichtern den Auswahlprozess. „In unserem Internetshop wird jeder Kunde so individuell bedient, als wäre er persönlich anwesend“, garantiert der Firmenchef. Stolz ist er darauf, dass sein Internetshop auf der diesjährigen CeBIT als BestPractice-IT-Lösung ausgezeichnet wurde. Mit dem ebenfalls vom BMBF geförderten und gerade gestarteten Projekt „Service Engineering – Innovationstreiber in KMU“ setzt das itb auf den Transfer von anwendungsbezogenem Know-how im Dienstleistungsbereich. Zweck ist es, die Wettbewerbschancen von Handwerk und Mittelstand durch die bewusste und systematische Gestaltung von Dienstleistungen weiter zu verbessern. „Gesund und sicher in Kleinstbetrieben“, heißt ein Modellprojekt, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert und von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fachlich begleitet wird. GUSIK verfolgt das Ziel, ein Modell für die grund- und anlassbezogene Betreuung und Beratung gemäß dieser Vorschrift praxisbezogen auszugestalten. Dazu wurden Betriebe einer Branche mit ähnlichen Gefährdungen in Pools zusammengefasst und durch ein Team aus Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit betreut. Abschließend präsentierte das itb sein NOAH-Projekt. NOAH – das steht für „Nutzenoptimierten und kostenreduzierten Arbeits- und Gesundheitsschutz in Handwerksbetrieben“. Das im Rahmen des BMBF-Förderprogramms „Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt“ geförderte Forschungsvorhaben ist ein praxisnahes Teamprojekt. Ziel ist es, durch Beispiele aus der Praxis sowie wissenschaftliche Erkenntnisse Konzepte und Wege zu erarbeiten, damit auch anderen Betriebem einen Arbeits- und Gesundheitsschutz in ihren Betrieben praktizieren können.