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Konjunkturprognose Bauwirtschaft: Weniger Wachstum für 2021 erwartet

Das Bau- und Ausbauhandwerk ist insgesamt gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen, wenngleich einzelne Gewerke hohe Umsatzeinbußen verkraften mussten. Für dieses Jahr erwartet die Bauwirtschaft ein leichtes Wachstum von 1,3 Prozent. Verpflichtende Tests für Baustellen sehen die Vertreter der Bauwirtschaft kritisch.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise machen sich auch in der Bauwirtschaft immer mehr bemerkbar. "Für 2021 erwarten wir nur ein geringfügiges Wachstum von 1,3 Prozent", sagte der Vorsitzende ihrer Bundesvereinigung, Marcus Nachbauer. Insgesamt rechne er nunmehr mit 368,2 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr war die Bauwirtschaft nach seinen Angaben um 2,5 Prozent auf 363,5 Milliarden Euro gewachsen.

Die Branche hoffe auf eine erfolgreiche Impfstrategie bis zum Sommer, so dass die Pandemie hoffentlich bis 2022 abgeschüttelt werden könne, berichtete Felix Pakleppa, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Bauwirtschaft. Die Zahl der Beschäftigten will die Bauwirtschaft 2021 bei rund 3,4 Millionen stabil halten.

Insgesamt ist die Bauwirtschaft gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen. "Die Branche hat sich größtenteils als robust und als wichtige Stütze der Gesamtkonjunktur erwiesen", betonte Nachbauer. Auch habe es keine größeren Corona-Ausbrüche auf Baustellen gegeben, fügte er hinzu. Die Betriebe hätten insgesamt gute Präventionsarbeit geleistet. Mögliche verpflichtende Tests für Baustellen sehen die Vertreter der Bauwirtschaft kritisch. Vielmehr wolle man im Rahmen einer Test- und Impfstrategie die BG-Bau - wie schon beim Einsatz von Masken - verstärkt einsetzen, sagte Pakleppa.

Befristete Mehrwertsteuersenkung hat zu Vorzieheffekten geführt

Bei den einzelnen Sparten erwartet Nachbauer eine unterschiedliche Entwicklung. Im Bauhauptgewerbe lasse die Wachstumsdynamik spürbar nach. Hier wirkten sich die Vorzieheffekte im Wohnungsbau sowie schwache Impulse aus dem Wirtschaftsbau negativ aus. Insbesondere im vierten Quartal 2020 sei wegen der befristeten Mehrwertsteuersenkung eine verstärkte Nachfrage spürbar gewesen. Für 2021 erwarte er ein Umsatzplus von 0,7 Prozent auf knapp 130 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte das Bauhauptgewebe noch um 4,9 Prozent auf 128,4 Milliarden Euro zugelegt. Insgesamt rechne er für 2020 und 2021 mit jeweils 300.000 fertiggestellten Wohneinheiten.

Ausbau erwartet leichten Umsatzzuwachs

Beim Ausbau bleiben die Erwartungen nach den Worten Nachbauers verhalten. "Es wird mit einem leichten Umsatzplus von einem Prozent auf dann 95,5 Milliarden Euro gerechnet", sagte er. Im Vorjahr verzeichnete dieser Bereich angesichts der durch Corona bedingten Einschränkungen der Bautätigkeiten und einer verminderten Nachfrage aus Industrie und Dienstleistungswirtschaft ein Umsatzminus von 0,5 Prozent auf rund 94,5 Milliarden Euro.

Entwicklung in der Gebäudetechnik sehr unterschiedlich

In der Sparte Gebäudetechnik, zu der etwa die Heizung- und Sanitärbetriebe sowie das Elektrohandwerk zählen, geht die Bundesvereinigung von einem Plus von zwei Prozent in diesem Jahr aus, nachdem die Sparte 2020 ein Plus von 2,4 Prozent auf 140,6 Milliarden Euro verzeichnet hatte. Dabei ist die Entwicklung sehr unterschiedlich gewesen. Während dienstleistungs- und industrienahe Gewerke wie Gebäudereiniger und das Schilder- und Reklamehandwerk deutliche Umsatzeinbußen verkraften mussten, hatten ausbaunahe Gewerke aus dem Heizungs- und Sanitärbereich sowie aus dem Elektrohandwerk noch eine positive Geschäftsentwicklung.

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