Bauwirtschaft Baustoffbranche: Erstes Wachstum nach 3 Krisenjahren

Die Produktion von Baustoffen hat sich stabilisiert, für 2026 erwartet der Branchenverband ein leichtes Plus. Doch ohne schnelle politische Entscheidungen bleibt die Erholung fragil.

Die Produktion von Wandbaustoffen wie Mauerziegeln legte wieder zu. - © Animaflora PicsStock - stock.adobe.com

Nach drei Jahren rückläufiger Produktion hat sich die Herstellung von Baustoffen im vergangenen Jahr wieder stabilisiert. Für 2026 rechnet der Bundesverband Baustoffe - Steine Erden (BBS) unter den derzeitigen Voraussetzungen mit einem leichten Produktionszuwachs von real rund zwei Prozent. Nach einem leichten Plus im vergangenen Jahr sei dies "ein weiterer Lichtblick", sagte BBS-Hauptgeschäftsführer Matthias Frederichs zu den jüngsten Zahlen. Noch immer befinde man sich aber im Krisenmodus.

Unterschiede in einzelnen Bausektoren

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verzeichnete die Branche 2025 ein Wachstum von 1,2 Prozent. Dabei zeigten sich nach Angaben des BBS moderate Unterschiede zwischen den Bausektoren. So legte etwa der Mauerwerksbau mit Wandbaustoffen wie etwa Mauerziegeln wieder zu, dagegen ging die Produktion von Zement, Kalk oder von Mörtel im Vergleich zum Vorjahr weiter zurück.

Verband: 2026 muss Jahr der Entscheidungen werden

Angesichts der Produktionsrückgänge von fast 25 Prozent in den vergangenen Jahren ist es nach den Worten Frederichs allerdings deutlich verfrüht, von einer nachhaltigen Erholung zu sprechen. Für eine dauerhafte Erholung der Baustoffindustrie braucht es aus Sicht des Verbandes mehr Aufbruchstimmung – sowohl am Bau als auch in der Gesamtwirtschaft. "2025 war geprägt von Ankündigungen, 2026 muss das Entscheidungsjahr werden", forderte er.

Tempo beim Infrastruktur-Zukunftsgesetz gefordert

Wie Frederichs weiter sagte, hat die Bundesregierung mit dem EH-55-Förderprogramm und dem Bau-Turbo zwar Handlungsfähigkeit bewiesen, diese Impulse reichten aber bei Weitem nicht aus. Auch mahnt der Verband zu mehr Tempo beim Infrastruktur-Zukunftsgesetz. Nur so könnten die zusätzlichen Mittel aus dem Sondervermögen endlich wirksam verbaut werden. Auch die anhaltende Unsicherheit rund um das Gebäudeenergiegesetz koste am Ende wirtschaftliche Dynamik, kritisierte er.