Förderbilanz 2025 64.000 Wohnungen gefördert – mit großen Unterschieden

Das Bauministerium zieht eine gemischte Bilanz: Klimafreundliche Neubauten sind gefragt, Programme wie "Jung kauft Alt" finden kaum Abnehmer. Ab 2027 soll eine Zwei-Säulen-Struktur die Förderung vereinfachen.

Programme für energieeffiziente Wohngebäude wurden 2025 am stärksten nachgefragt. - © Wolfilser – stock.adobe.com

Das Bundesbauministerium hat 2025 den Wohnungsbau mit unterschiedlichen Förderprogrammen unterstützt. "Über 64.000 klimafreundliche Wohneinheiten konnten wir im vergangenen Jahr fördern", sagte Sören Bartol, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium. "Branchenumfragen zeigen, dass die Eiszeit nun vorbei ist und Tauwetter eingesetzt hat", fügte er mit Blick auf steigende Baugenehmigungszahlen hinzu. Die sechs in der Förderbilanz genannten Programme sollen auch 2026 weitergeführt werden. Perspektivisch will das Ministerium die Förderung zu einer Zwei-Säulen-Förderung umgestalten.

KfW will Bauförderung in zwei Basisprogrammen bündeln

Darauf hat auch die staatseigene KfW-Förderbank auf ihrer Jahrespressekonferenz verwiesen. So soll es künftig zwei Basisprogramme für die Bau-Förderung geben. Eines für den Neubau und eines für den Bestand. Die neue Systematik werde ab 2027 KfW-Angebote zugänglicher machen und für eine verlässliche, planungssichere und attraktive Förderung sorgen. Bis das System umgestellt ist, können die bestehenden Förderprodukte genutzt werden.

Koalitionsvertrag gibt Richtung vor

Schon im Koalitionsvertrag hatte sich die neue Bundesregierung auf eine Zwei-Säulen-Förderung verständigt. Konkret heißt es dazu: "Dabei setzen wir Anreize für einfaches, klimafreundliches und kostenreduziertes Bauen." Nicht zuletzt will die Bundesregierung so den stockenden Wohnungsmarkt wieder in Schwung bringen.

Nicht alle Programme trafen den Nerv der Interessenten

Mit Blick auf die Förderbilanz des Bauministeriums 2025 zeigt sich, dass die einzelnen Förderprogramme sehr unterschiedlich nachgefragt wurden. Angesichts der schleppenden Nachfrage wurde das ein oder andere Programm nachjustiert, und die Förderkonditionen wurden verbessert.

Großes Interesse am Programm Klimafreundlicher Neubau

Auf großes Interesse stieß das Programm "Klimafreundlicher Neubau" (KFN), bei dem Investoren, Genossenschaften, Unternehmen oder Privatpersonen zinsverbilligte KfW-Kredite für den Bau oder Ersterwerb von klimafreundlichen und energieeffizienten Gebäuden bekommen können. Kommunen können Zuschüsse erhalten. Insgesamt wurden hier 36.747 Wohneinheiten mit Förderzusagen in Höhe von rund 4,5 Milliarden Euro gefördert.

Neubau-Programm im Niedrigpreissegment weniger gefragt

Daneben wurden über das Programm "Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment" (KNN) bis zum Jahresende 2025 insgesamt 8.214 Wohneinheiten gefördert. Unterstützung gibt es für klimagerechte und flächeneffiziente Neubauten sowie deren Ersterwerb. "Die Bezahlbarkeit des Wohnraums soll hier durch eine Baukostenbegrenzung unterstützt werden", teilte das Ministerium mit. Im September 2025 wurde das Programm noch verbessert.

EH-55-Plus-Förderung kommt in Gang

Weitere knapp 14.000 Wohnungen wurden bis Ende 2025 über die zeitlich befristete EH-55-Plus-Förderung über zinsgünstige KfW-Kredite unterstützt. Gefördert werden baureife Gebäude mit dem Effizienzhausstandard 55 plus einer Wärmeversorgung, die zu 100 Prozent auf Erneuerbaren Energien basiert (EH-55-Plus). Das Programm startete erst kurz vor Jahresende am 16. Dezember 2025. Insgesamt stehen dafür 800 Millionen Euro zur Verfügung. "Die Förderungen ist befristet und endet, wenn die Mittel aufgebraucht sind", hieß es zum Start des Programms. Nach aktuellem Stand (2. Februar) verbleiben von der ursprünglichen Summe noch etwa 650 Millionen Euro, wie ein Ministeriumssprecher auf DHZ-Anfrage mitteilte. Insgesamt hätten bisher rund 15.800 Wohneinheiten mit einem Kredit- und Zuschussvolumen von über 1,49 Milliarden Euro gefördert werden können.

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) überrascht es nicht, dass bis Anfang Februar erst 150 der 800 Millionen Euro gebunden sind. "Planungen und Genehmigungen brauchen Zeit. Entscheidend ist nicht die Abrufgeschwindigkeit, sondern die Verlässlichkeit der Förderung", sagte er der DHZ. Die Zahlen belegten: "Das Programm wirkt. Aus ersten Impulsen kann nur mit langfristiger, verlässlicher Förderung eine nachhaltige Belebung werden", fügte er hinzu. Und bis das Bauen durch den Gebäudetyp E tatsächlich günstiger und einfacher werde, vergingen mindestens zwölf Monate – eher sogar mehr.

Programm für genossenschaftliches Wohnen nachgebessert

Auf wenig Interesse stieß dagegen das Förderprogramm für genossenschaftliches Wohnen. Das Programm unterstützt Privatpersonen beim Kauf von Genossenschaftsanteilen bei einer Neugründung oder Beteiligung an einer bestehenden Wohnungsgenossenschaft. Hier gab es 390 Förderzusagen. Damit es mehr werden, hat das Ministerium jüngst die Förderbedingungen noch einmal verbessert. So wurden die Kredithöchstbeträge von 100.000 auf 150.000 Euro erhöht und der Tilgungszuschuss auf 15 Prozent verdoppelt.

Wenig Interesse am Programm "Jung kauft Alt"

Nur wenig nachgefragt wurde auch das Programm "Jung kauft Alt" (JkA) mit insgesamt nur 690 Förderzusagen. Zielgruppe sind hier junge Familien mit kleinem bis mittleren Einkommen, die beim Erwerb eines sanierungsbedürftigen Bestandsgebäudes unterstützt werden sollen.

Anderes Programm für Familien läuft besser

Von Familien stärker nachgefragt wurde dagegen das Programm "Wohneigentumsförderung für Familien" (WEF). Insgesamt wurden hier 4.554 neue und klimafreundliche Wohneinheiten für Familien mit Kindern gefördert, nachdem auch hier die Zinskonditionen im Verlauf des Jahres 2025 verbessert wurden.