Entwicklungen in Pandemiezeiten Bargeldloses Bezahlen im Trend

Egal ob per Smartphone, Smartwatch oder klassisch per Karte – bargeldloses, kontaktloses Bezahlen liegt im Trend. Wie Sie sich diesen Trend zunutze machen.

Bezahlungsvorgang per Smartphone
Händler können das Gerät für unter 50 Euro erwerben - © Monkey Business - stock.adobe.com

Grade im Bäcker- und Fleischerhandwerk gilt noch heute oft der alte Satz "Nur Bares ist Wahres", wie eine Onlineumfrage von YouGov ergab. Auch die deutschen Kunden liebten lange ihr Bargeld. Doch dann kam Corona und mit ihm der Trend hin zum bargeldlosen Bezahlen.

Die Corona-Krise wirkt wie ein Brennglas auf eine schon vorher abzusehende Entwicklung. Denn immerhin 17 Prozent der Verbraucher haben laut EHI im vergangenen Jahr mit dem Smartphone bezahlt und damit mehr als doppelt so viele wie 2019.

"Die Corona-Pandemie hat den Trend zu bargeldlosem und kontaktlosem Bezahlen befeuert. Und damit auch das Mobile Payment", sagt Kevin Hackl, Experte für Banken und Finanzen beim Digitalverband Bitkom. Er glaubt, dass die Nutzung von Bezahl-Apps zunimmt. "Bei großen Händlern ist die Technologie bereits etabliert, auch kleine Läden werden sicher bald auf den Zug aufspringen."

Mehr Sicherheit als viele annehmen

Die meisten Menschen, die sich bislang nicht an das mobile Bezahlen herangetraut haben, geben in der EHI-Umfrage Sicherheitsbedenken an. Dabei sei es technisch gesehen sogar noch eine Spur sicherer als die Nutzung einer physischen Karte, da die Kartennummer nicht auf dem Gerät gespeichert werde. "Zusätzlich kann auf biometrische Daten zurückgegriffen werden", sagt Hackl.

Wird das Smartphone durch einen Fingerabdruck oder Gesichtsscan entsperrt, ist die hinterlegte Karte eindeutig dem Nutzer zugeordnet. "Beim NFC-System übermittelt der Chip statt der hinterlegten Kartendaten einen Transaktionscode, den sogenannten Token, der nur für diesen einen Einkauf genutzt werden kann." Auch QR- oder Strichcodes sind nur einmal gültig.

Und auch unbefugt auslesen lassen sich die NFC-Chips im Smartphone kaum, sagt Montz. Denn wenn der Bildschirm aus ist, gilt dasselbe meist für den Chip. "Auch wenn er aktiv ist, müsste ein Dieb mit einem Lesegerät auf vier Zentimeter herankommen. Das bleibt kaum unbemerkt." Sollte er dann tatsächlich Geld ergaunern, müsste er das auf ein Konto überweisen und hinterlässt damit Spuren, gibt Montz zusätzlich zu bedenken. "Da ist Taschendiebstahl für einen Kriminellen einfacher und sicherer."

Neben Smartphones und Smartwatches sind auch viele klassische Plastikkarten mittlerweile mit dem Chip ausgestattet. Immerhin wurde 2020 laut EHI 55,9 Prozent des Umsatzes im stationären Handel bargeldlos bezahlt.

Kosten

Hohe Anschaffungskosten, monatliche Gebühren und mangelnde Datensicherheit könnten noch immer kleinere Betriebe von bargeldlosem Bezahlen abhalten. Für kontaktloses Bezahlen wird ein spezielles Lesegerät benötigt. Anschaffungskosten von unter 50 Euro, laufende Kosten von etwa 1-2 Prozent des Umsatzes und keine monatlichen Fixkosten müssen jedoch niemanden abschrecken. Im Gegenteil, sie machen es attraktiv, den eigenen Kunden den Komfort und die Sicherheit einer kontaktlosen Bezahlmöglichkeit zu ermöglichen. Auch benötigt man nicht zwingend ein eigenes WLAN, sondern kann das mobile Netz des eigenen Smartphones nutzen.

Und nach Corona?

Nun könnte man anmerken, dass es sich hier nur um eine temporäre Entwicklung zu Pandemiezeiten handelt. Langfristig könnte es aber eine gute Entscheidung sein. Denn bereits 2019, also vor Corona, fand eine repräsentative Studie der Allensbach heraus, dass mehr als die Hälfte aller unter 45-Jährigen üblicherweise ihre Einkäufe bargeldlos bezahlen. Mit Inhalten der dpa