Neues Förderprogramm Azubi-Wohnen: Bund unterstützt mit 500 Millionen Euro

Das Förderprogramm "Junges Wohnen" geht mit 500 Millionen Euro an den Start. Es soll Wohnheimplätze für Auszubildende und Studierende berücksichtigen. Bauministerin Geywitz hat bereits mehr Hilfen in Aussicht gestellt.

Zwei junge Frauen packen Kisten im Wohnheim.
Mit 500 Millionen Euro will der Bund Azubi-Wohnen sowie studentisches Wohnen fördern. - © cherryandbees - stock.adobe.com

Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes hat der Bund ein spezielles Förderprogramm für den Aus- und Umbau von Wohnheimplätzen geschaffen. "Mit einer halben Milliarde Euro können die Länder jetzt Wohnheimplätze neu- oder umbauen, um junge Menschen in die Region zu holen oder zu halten", teilte Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) zum Programmstart mit. Sollte sich das Programm gut anlassen, gebe es eine Offenheit des Bundes, dieses Programm auch 2024 weiter zu führen. Ingesamt stünde so eine "Milliarde zur Verfügung", fügte sie hinzu.

Sozialpartner: Auszubildende angemessen berücksichtigen

Arbeitgeber und Gewerkschaften begrüßten das Förderprogramm "Junges Wohnen". "Bund und Länder müssen das Programm nun zügig umsetzen und dabei die Zielgruppe der Auszubildenden in den Ländern angemessen berücksichtigen", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Dadurch entstünden Chancen für die Mobilität von Ausbildungsbewerbern und -bewerberinnen, zur Verbesserung des "regionalen Matchings" und für Zuwanderung in Ausbildung aus dem Ausland.

Azubi-Wohnen und studentisches Wohnen gleich fördern

Perspektivisch sollten bezahlbare Angebote für Azubi-Wohnen und studentisches Wohnen nach Ansicht der Sozialpartner in gleichem Maße gefördert werden. "Dies entspricht dem Ziel, Gleichwertigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung herzustellen", hieß es weiter. Nötig sei außerdem, das Programm über das Jahr 2026 hinaus zu verstetigen. Insbesondere in den Ballungsgebieten brauchen Auszubildende günstigen Wohnraum, unterstrich Julia Böhnke, Verdi-Bundesjugendsekretärin. "Während es für Studierende längst Wohnheime gibt – wenn auch mit zu wenigen Plätzen – sind Auszubildenden-Wohnheime immer noch die Ausnahme", sagte sie.

Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Studierendenwerks, Matthias Anbuhl, sprach vom größten Förderprogramm für junges Wohnen seit der Wiedervereinigung. Nach Jahrzehnten, in denen der Wohnheimbau allein den Ländern überlassen worden war, steige der Bund nun wieder ein. Er appellierte an die Bundesländer, jetzt ihrerseits Fördermittel bereit zu stellen.