Wirtschaftsdaten Ausblick auf 2015 freundlich

Das reale Bruttoinlandsprodukt Deutschlands wächst im Jahr 2015 ordentlich. Nach Einschätzung der Bundesregierung wird es um 1,5 Prozent zunehmen. Dabei schützt die robuste Binnennachfrage die Wirtschaft vor Exportrisiken. Den Treibstoff für das Wachstum liefert die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Eigentlich hat sich die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen durch das Zurückrollen der Agenda-Reformen verschlechtert. Investitionen sind dringend angesagt. Die geopolitischen Krisen, die schwierigen Reformprozesse im verschuldeten Europa und vergleichsweise hohe Stromkosten in Deutschland dämpfen aber die Lust auf den Kauf neuer Anlagen und Maschinen.

Flaue Kreditnachfrage

Abzulesen ist das an der derzeit flauen Kreditnachfrage; die Zinspolitik der EZB wirkt nicht so anregend wie erhofft. Immerhin sollen die Ausrüstungsinvestitionen 2015 laut der Regierungsprognose um 1,9 Prozent zunehmen, wobei die Dynamik im Jahresverlauf kräftiger wird.

Auch im Außenhandel brennt die deutsche Wirtschaft kein Feuerwerk ab. Während sich Europa auf dem steinigen Weg der Erholung befindet, weiten die USA ihren Importhunger aus, zumal Waren mit einem Euro-Preisschild aus deren Sicht billiger wurden. Dämpfend wirken aber die Sanktionen im Handel mit Russland. Alles in allem werden die realen Ausfuhren in diesem Jahr um 3,6 Prozent wachsen.

Privater Konsum steigt

Der p rivate Konsum beschleunigt sich und legt um 1,6 Prozent zu. Ausschlaggebend sind deutlich anziehende Reallöhne. Letzteres ist auch eine Folge der moderaten Inflation. 2015 steigen die Verbraucherpreise im Mittel um 0,8 Prozent.

Die Beschäftigung tendiert im laufenden Jahr mit nachlassendem Tempo aufwärts. 170.000 zusätzliche Erwerbstätige (plus 0,4 Prozent) werden für 2015 erwartet. Darunter sind viele, die dem Arbeitsmarkt bisher nicht zur Verfügung standen: Rentner, Hausfrauen, Zuwanderer.

Auf der anderen Seite dürfte das neue Mindestlohngesetz die Beschäftigung im Niedriglohnbereich nach unten drücken. Außerdem werden die Unternehmen nach der Einführung des Mindestlohns versuchen, höhere Lohnstückkosten über den Preis an die Kunden weiterzureichen oder durch eine Verkürzung der Arbeitszeiten aufzufangen.  we/los