Studie Ausbildungs-Abbruch wirkt sich langfristig aufs Gehalt aus

Wer seine Ausbildung abbricht, spürt auch 15 Jahre später noch Gehaltseinbußen. Das zeigt nun eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Entscheidend beim Abbruch ist, ob eine Lehre tatsächlich beendet oder nur in einem anderen Betrieb fortgesetzt wird.

Hände, die einen Ausbildungsvertrag zerreißen
Wer seine Ausbildung abbricht, verdient auch Jahre später noch durchschnittlich weniger. - © FK-Textograf - stock.adobe.com

Ausbildungsabbrecher verdienen 15 Jahre nach Ausbildungsbeginn 6,7 Prozent weniger als diejenigen, die ihre Ausbildung abschließen. Das zeigt nun eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Hierfür werteten die Forscher die Daten von 7.622 Probanden aus dem Saarland aus, die zwischen 1999 und 2002 ihre Ausbildungen begonnen hatten.

19 Prozent der Azubis lösten die Verträge vorzeitig oder wurden entlassen. Vier Prozent aller Lehrlinge begannen allerdings wieder eine Ausbildung und schlossen diese auch ab. 15 Prozent erwarben bis zum Ende des Beobachtungszeitraums (2018) keinen Berufsabschluss

Gehaltsentwicklung nach Ausbildungsabbruch

Schon fünf Jahre nach Beginn der Ausbildung sind durchschnittlich 5,3 Prozent Gehaltseinbußen messbar. Nach zehn Jahren ist der Unterschied mit 7,3 Prozent am größten, nach 15 Jahren sinkt er mit 6,7 Prozent leicht ab.

Wer seine Ausbildung nur wechselte oder in einem anderen Betrieb fortsetzte verdiente dagegen im Verlauf ähnlich viel, wie diejenigen die ihre Ausbildung ohne Umwege abschließen. Hier konnte keine signifikante Differenz festgestellt werden.

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Beschäftigungsdauer nach Ausbildungs-Abbruch

Ein deutlicher Unterschied zeigte sich aber in der späteren Beschäftigungsdauer. Abbrecher sind insgesamt kürzer beschäftigt, als diejenigen die ihre Ausbildung durchzogen. Nach fünfzehn Jahren waren die Abbrecher insgesamt nur durchschnittlich 87 Monate beschäftigt. Die Unterbrechenden erreichten zwölf Monate mehr, die Absolventen sogar 27 Monate mehr. dpa