Zukunftsgipfel in Meseberg Ausbildungspakt auch nach 2014

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist mit Spitzenvertretern der großen Wirtschaftsverbände und den Gewerkschaften zusammengekommen. Gegenstand der Gespräche auf Schloss Meseberg sind Zukunftsfragen rund um die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt gewesen. Neben dem Dualen System hat der Nationale Ausbildungspakt eine wichtige Rolle gespielt. Die Gewerkschaften sollen mit ins Boot geholt werden.

Das duale Ausbildungssystem wird weiterhin hoch gelobt. Die Wirtschaft will den Nationalen Ausbildungsvertrag zum Jahresende verlängern. - © Foto: ehrenberg-bilder/Fotolia

Bereits zum vierten Mal hat der Zukunftsgipfel stattgefunden. Schon im Vorfeld der Gespräche hat sich das Handwerk mit Blick auf das Duale Ausbildungssystem von der Regierung mehr Unterstützung gewünscht und nochmals die Qualifikation der Ausbilder und Meister in den Vordergrund gestellt.

Handwerkspräsident Otto Kentzler hat auf dem Zukunftsgipfel die Bedeutung des Dualen Systems betont und die Gleichwertigkeit zwischen dualer und akademischer Ausbildung nochmals hervorgehoben

"Die Erreichung der Gleichwertigkeit beider Bildungssysteme ist ein Meilenstein für das Handwerk. Wir müssen nun versuchen, beide Bildungsketten aneinander zu fügen und den Weg in die Wissensgesellschaft noch besser zu organisieren", sagt Kentzler.

Neuformatierung des Ausbildungspaktes

Im Fokus des Gipfels: der nationale Ausbildungspakt. Die Wirtschaft will den zum Jahresende auslaufenden Ausbildungspakt verlängern  und die Gewerkschaften dazu wieder ins Boot holen. DGB-Chef Michael Sommer hat auf dem Gipfel Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Kentzler sieht im Ausbildungspakt eine wichtige Voraussetzung für die Fachkräftesicherung: "Hier plädiere ich dafür, dass wir das nach 2014 weiterführen. Ich plädiere aber auch dafür, dass die Gewerkschaften mit eingebunden werden", sagt er nach dem Zukunftsgespräch im Schloss Meseberg.  

Sommer habe im Namen der Gewerkschaften zugesagt, Gespräche darüber aufzunehmen, "um den Ausbildungspakt neu zu formatieren". Dann werde im kommenden Jahr über eine Teilnahme am Ausbildungspakt entschieden.

Dem 2004 ins Leben gerufene Pakt von Bundesregierung und Wirtschaftsverbänden sind die Gewerkschaften bisher ferngeblieben: Ihre Forderung nach einer Ausbildungsplatzabgabe hat sich bislang nicht durchsetzen können. Diese sollte mit finanziellen Anreizen die Lehrstellensituation verbessern helfen.

Frage nach Maßnahmen gegen demografischen Wandel

Weiteres Thema der vierten Zukunftsgespräche ist auch der demografische Wandel gewesen. "In diesem Jahr habe man über die Herausforderungen der demografischen Veränderung im Bereich der Berufsausübung und des Bildungssystems gesprochen", so Merkel.

Mit Blick auf die Fachkräftesicherung der Zukunft hat sie betont: "Hier müssen wir sehen, dass wir die Lebenszeit, in der die Menschen erwerbstätig sind, auch wirklich real verlängern können."

Vor allem auf ältere Arbeitnehmer müsse geachtet werden. Damit sie ihren Beruf weiter ausüben könnten, müsse man zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Welche konkreten Maßnahmen damit gemeint sind, bleibt allerdings offen.

Der vierte Zukunftsgipfel auf Schloss Meseberg hat viel Diskussionen und wenig Konkretes gebracht. Außer der Verlängerung des Nationalen Ausbildungspaktes sind keine Beschlüsse getroffen worden. cle