Sonnenbrillen am Bau Augen brauchen UV-Schutz

Je nach Einsatzart kommt es beim Kauf einer Sonnenbrille auf unterschiedliche Aspekte an. Worauf Freiluftarbeiter bei der Wahl achten müssen und was in Corona-Zeiten am Steuer gilt

Kranführer in persönlicher Schutzausrüstung
Besonders auf höher gelegenen Arbeitsplätzen wie Dächern und vor reflektierenden Flächen brauchen die Augen starken Schutz. - © Thomas Lucks/BG Bau

Wer bei der Arbeit natürlicher UV-Strahlung ausgesetzt ist, muss seine Augen schützen, um sie vor kurzfristig unangenehmen und langfristig schwerwiegenden Krankheiten zu bewahren. Kurzfristig reagiert das Auge mit Horn- oder Bindehautentzündung auf zu intensive UV-Strahlung, langfristige Folgen können Augenkatarakt (grauer Star) und Makuladegeneration sein, die häufigste Erblindungsursache in der westlichen Welt.

Neben der direkten Sonnenstrahlung strapazieren vor allem reflektierende Flächen aus Metall, Wasser oder hellem Material die Augen. Wo genau die UV-Belastung am stärksten ist, erfasst das Projekt Genesis-UV unter dem Dach der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Denn die Unterschiede nach Gewerk sind groß.

Am stärksten der UV-Strahlung ausgesetzt sind Kanalbauer, dicht gefolgt von Schlossern, Betonbauern, Dachdeckern und Maurern. Auch Zimmerer und Fassadenbauer rangieren im vorderen Bereich.

Grafik UV-Strahlenbelastung nach Berufen
Kanalbauer haben eine dreifach höhere Belastung mit UV-Strahlen wie Stukateure.

Anforderungen für die Arbeit

Bei der Wahl der Sonnenbrille für die Arbeit im Freien gelten grundsätzlich etwas andere Kriterien als für Freizeitsonnenbrillen. Die Besonderheiten des eigenen Gewerks müssen zusätzlich berücksichtigt werden.

Eine Sonnenbrille für die Arbeit sollte immer einen möglichst großen Bereich des Gesichtsfeldes abdecken und auch die empfindliche Haut rund um die Augen schützen, rät der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA).

Augenoptiker können die Sonnenbrillen so anpassen, dass sie auch bei körperlicher Aktivität nicht rutschen oder behindern.

Optisch hochwertige Gläser für die Arbeit

Eine optisch hochwertige Qualität der Gläser ermöglicht verzerrungsfreie Sicht. Das ist im privaten Bereich weniger wichtig als bei Arbeiten, wo es auf Genauigkeit ankommt.

Je nach Tätigkeit können weitere mechanische Aspekte gefragt sein, etwa besondere Schlag- oder Bruchfestigkeit.

UV-Filter privat wie beruflich wichtig

Bezüglich des UV-Filters gibt es keine Unterschiede zwischen privater und beruflicher Nutzung. Eine Sonnenbrille mit der Kennzeichnung "UV 400" oder "100 % UV-Schutz" im Brillenbügel, im beiliegenden Informationsblatt oder auf der Verpackung genügt. Sie blockt die potenziell schädliche Strahlung im entsprechenden Bereich bis 400 Nanometer Wellenlänge und schützt die Augen effektiv.

Wie hell oder dunkel die Gläser getönt sind, hat keinen Einfluss auf den UV-Schutz. Auch klare Gläser können einen UV-Filter haben und dunkle keinen. Der Tönungsgrad der Brille wird in Blendschutzkategorien von 0 bis 4 gemessen, wobei helle Gläser der Kategorie 0 nur eine sehr geringe und dunkle Gläser der Kategorie 4 eine sehr hohe Filterfunktion aufweisen. Die Kategorie 4 ist für den Straßenverkehr untauglich. In Deutschland gängig ist die Tönung der Kategorie 2. Für bestimmte Arbeiten und am Steuer ist der Blendschutz nach Aussagen des ZVA genauso wichtig ist wie der UV-Schutz.

Bei der Tönungsfarbe der Gläser empfiehlt der ZVA neutrale Grau- oder Brauntöne, um Farbverzerrungen zu vermeiden.

Weiterführende Tipps zum Sonnenbrillenkauf

Sonnenbrille am Steuer in der Corona-Zeit

Je nach Region und Inzidenzwerten gilt in der Corona-Zeit teilweise Maskenpflicht auch für den Fahrer, wenn im Fahrzeug Personen aus unterschiedlichen Hausständen sitzen. Zusätzlich darf dann aber keine Sonnenbrille getragen werden, damit der Fahrer zu erkennen ist.

Der ZVA weist in diesem Zusammenhang auf die hohe Bedeutung von Sonnenschutzgläsern im Straßenverkehr hin. Immer wieder gäben Unfallverursacher an, durch Sonnenlicht so stark geblendet worden zu seien, dass sie Verkehrszeichen, rote Ampeln oder andere Verkehrsteilnehmer nicht sehen konnten. Durch plötzlichen starken Lichteinfall, so der ZVA, fallen die Sinneszellen auf der Netzhaut des Auges gewissermaßen kurzfristig aus, wodurch Geblendete für Sekunden buchstäblich blind sind. Je höher dann das Tempo, desto gefährlicher der "Blindflug".

Sonnenbrille am Steuer wichtig für Sicherheit

Die Möglichkeit, bei Bedarf am Steuer eine schützende Sonnenbrille zu tragen, sollte somit im Interesse der Sicherheit des Fahrzeugführers und aller anderen Verkehrsteilnehmer stets gegeben sein, fordert der ZVA.

Dies gelte umso mehr für Menschen, die aus augenmedizinischen Gründen Sonnenbrillen oder Kantenfilterbrillen tragen. Auf augenoptische Laien wirken diese Brillen wie Sonnenbrillen mit einer geringeren Tönung.

Tatsächlich aber handelt es sich bei Kantenfiltergläsern um Brillengläser, die aufgrund ihrer Eigenschaften bestimmte Farben des sichtbaren Lichts gezielt herausfiltern. So ist insbesondere kurzwelliges blaues Licht ist für einige Menschen mit Sehbeeinträchtigungen problematisch und kann zu starker Blendung führen.

Ein Maskengebot hinter dem Steuer bei gleichzeitigem Sonnenbrillenverbot für Menschen mit bestimmten Sehschwächen oder Augenerkrankungen bedeutet laut ZVA, dass diese an sonnigen Tagen nicht oder nur eingeschränkt am Straßenverkehr teilnehmen zu können.