Klimawandel Arbeiten bei Hitze: Mehrheit der Arbeitnehmer spürt Belastungen

Der Klimawandel lässt die Gefahr für Arbeitsunfälle steigen. Vor allem die Hitze belastet viele Beschäftigte – besonders auf dem Bau. Das zeigt eine Umfrage der Techniker Krankenkasse.

Bauarbeiter arbeitet bei Hitze
Hitze macht vielen Menschen zu schaffen. Eine neue Umfrage zeigt nun, wie Beschäftigte auf dem Bau besonders vom Wandel des Klimas betroffen sind. - © Luluraschi - stock.adobe.com / generiert mit KI

Viele Beschäftigte in Deutschland wünschen sich, dass Arbeitgeber mehr Maßnahmen ergreifen, um Belastungen an Hitzetagen zu reduzieren – zum Beispiel klimatisierte Arbeitsräume oder auch flexiblere Arbeitszeiten, sodass in den heißen Mittagsstunden nicht gearbeitet werden muss. Außerdem wünschen sich viele auch Hitzeaktions- und Notfallpläne für Extremwetterereignisse. Denn der Klimawandel wird in der Arbeitswelt immer spürbarer. Das zeigt eine Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) im Rahmen des neuen Gesundheitsreports.

Rund 1.000 Arbeitnehmer und etwa 350 Arbeitgeber wurden unter anderem dazu befragt, wie sie Belastungen aufgrund sich wandelnder Wetterbedingungen einschätzen. Eindeutig zeigt sich, dass die Sensibilität für das Thema steigt. Viele Beschäftigte in Deutschland spüren demnach die Auswirkungen des Klimawandels unmittelbar bei sich selbst. So sagen 60 Prozent der Befragten, dass der Klimawandel ihren Arbeitsplatz und ihre Gesundheit bereits beeinflusst oder beeinflusst hat. Besonders betroffen fühlen sich davon Beschäftigte, die überwiegend draußen arbeiten, etwa im Baugewerbe oder in der Landwirtschaft. Hier bestätigten 77 Prozent die Aussage. Von den Beschäftigten, die drinnen arbeiten, war es nur die Hälfte.

Dabei nannten viele vor allem die stark spürbare Hitze als Belastung und Hemmnis bei der Arbeit. Denn Hitze macht müde, geht auf den Kreislauf und kann zu Konzentrationsstörungen führen. Damit steigt auch die Gefahr von Arbeitsunfällen und die Produktivität der Beschäftigten nimmt ab.

Arbeiten bei Hitze: Das hindert Betriebe, Schutzmaßnahmen umzusetzen

Der Umfrage zufolge sehen bislang die Arbeitnehmer das Thema und den damit zusammenhängenden Handlungsbedarf dringlicher als die Arbeitgeber. Nur rund 40 Prozent der befragten Unternehmensverantwortlichen sehen der TK zufolge aktuell Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit ihrer Angestellten. Auch habe bisher nur ein kleiner Anteil der befragten Unternehmen bereits Maßnahmen ergriffen, um negative Folgen vorzubeugen. Als Hauptgründe wurden dabei genannt: hohe Kosten (41 Prozent), bürokratischer Aufwand (28 Prozent), organisatorischer Aufwand (27 Prozent), keine klaren gesetzlichen Vorgaben (25 Prozent) sowie fehlende technische Voraussetzungen (24 Prozent).

Gerade für die Bauwirtschaft gibt es aber bereits viele Informationsangebote der Berufsgenossenschaft. Dabei geht es konkret etwa um die Einrichtung von Sonnenschutzbereichen oder um die Bereitstellung von UV-schutzgerechter Arbeitskleidung. Informiert wird auch über die Umstellung von Arbeitszeiten und über finanzielle Förderungen, wenn Aufträge aufgrund des Wetters verschoben werden müssen sowie über Arbeitsschutzprämien. jtw

>>> Hintergründe aus dem TK-Gesundheitsreport gibt es hier zum Nachlesen.