Steuer aktuell Antrag auf Teileinkünfteverfahren rechtzeitig stellen

GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer müssen Gewinnausschüttungen ihrer GmbH oder eine vom Finanzamt festgestellte verdeckte Gewinnausschüttung normalerweise mit der 25-prozentigen Abgeltungsteuer versteuern. Es gibt jedoch eine Ausnahme.

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GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer müssen Gewinnausschüttungen ihrer GmbH oder eine vom Finanzamt festgestellte verdeckte Gewinnausschüttung normalerweise mit der 25-prozentigen Abgeltungsteuer versteuern. Es gibt jedoch eine Ausnahme. Beantragen Sie das Teileinkünfteverfahren, besteuert das Finanzamt die Gewinnausschüttung zwar mit dem persönlichen Steuersatz, lässt aber Werbungskosten zum Abzug und besteuert insgesamt nur 60 Prozent.

Strittig war bislang, wann der Antrag auf Anwendung des Teileinkünfeverfahrens gestellt werden muss. Bereits mit Abgabe der Steuererklärung oder noch im Einspruchsverfahren? Die Antwort kommt vom Bundesfinanzhof. Das Teileinkünfteverfahren bei Gewinnausschüttungen nach § 32b Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 EStG kommt nur zur Anwendung, wenn der Antrag zusammen mit Einreichung der Einkommensteuererklärung gestellt wird. Zu einem späteren Zeitpunkt ist der Antrag steuerlich unwirksam (BFH, Urteil v. 28.7.2015, Az. VIII R 50/14; veröffentlicht am 30.9.2015).

Voraussetzungen für das Teileinkünfteverfahren

Die Besteuerung von Gewinnausschüttungen – egal ob offen oder verdeckt – kommt unter folgenden Voraussetzungen zur Anwendung:

  • Der Antrag muss mit Einreichung der Einkommensteuererklärung beim Finanzamt gestellt werden.
  • Der GmbH-Gesellschafter muss an der GmbH zu mindestens 25 Prozent beteiligt sein oder
  • er ist zu mindestens einem Prozent an der GmbH beteiligt und beruflich für sie tätig (als Geschäftsführer).

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ermittelt das Finanzamt die Einkünfte (Gewinnausschüttung abzgl. Z.B. Zinsen bei Fremdfinanzierung des GmbH-Anteils) und besteuert nur 60 Prozent.

Tipp: GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer sollten vor Abgabe der Einkommensteuererklärung also unbedingt eine Vergleichsrechnung durchführen, ob sie mit der 25-prozentigen Abgeltungsteuer oder mit dem Teileinkünfteverfahren steuerlich günstiger fahren. Falls das Teileinkünftefahren günstiger ist, muss der Antrag auf Anwendung stets in der Einkommensteuererklärung gestellt werden. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.