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Steuertipp Anstellung des Ehegatten als Minijobber: Stundenzettel führen

Stellt ein Betriebsinhaber seinen Ehegatten an, sind kritische Fragen des Finanzamts oft vorprogrammiert. Es wird vermutet, dass das Arbeitsverhältnis nur auf dem Papier besteht, um steuersparende Betriebsausgaben zu schaffen. Deshalb sollten Betriebsinhaber auf Nummer Sicher gehen und detailliert aufzeichnen, wann der angestellte Ehegatte welche Arbeiten erledigt hat.

Dass das Arbeitsverhältnis zwischen Ehegatten oder anderen Angehörigen steuerlich ohne Aufzeichnungen zu verrichteten Stunden und zu den erledigten Arbeiten kippen kann, zeigt ein Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz (Urteil v. 21.9.2017, Az. 4 K 1702/16). Das Finanzamt benötigt diese Angaben bzw. Aufzeichnungen, um kontrollieren zu können, ob das Arbeitsverhältnis ernsthaft gewollt ist, tatsächlich wie vereinbart durchgeführt wird und dass Vereinbarungen wie mit fremden Angestellten gelten.

Bundesfinanzhof muss zu Stundenzetteln noch entscheiden

Wer mit dem Finanzamt im Clinch liegt, weil weder Stundenzettel noch Aufzeichnungen zu den verrichteten Arbeiten geführt wurden, sollte sich gegen das Betriebsausgabenabzugsverbot für die Gehaltszahlungen mit einem Einspruch wehren. Denn zur Frage, ob diese Aufzeichnungen bei Ehegatten-Arbeitsverhältnissen steuerlich zu führen sind, muss der Bundesfinanzhof in einem Revisionsverfahren entscheiden (BFH, Az. VI R 28/18).

Steuertipp: Bis zur Entscheidung in dieser Streitfrage durch den Bundesfinanzhof sollten Betriebsinhaber steuerlich auf Nummer Sicher gehen und Aufzeichnungen zu den Arbeitsstunden und zu den verrichteten Arbeiten des angestellten Ehegatten führen. Eine lästige Disziplin, mit der man dem Finanzamt jedoch den Wind aus den Segeln nehmen kann.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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