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Steuertipp für Kfz-Betriebe Altteilsteuer: Das steckt dahinter

Wenn Kfz-Betriebe Austauschteile des Fahrzeugs behalten, die sie für einen Kunden reparieren und dafür neue Ersatzteile einbauen, müssen sie steuerlich einiges beachten. Denn das Altteil unterliegt der Umsatzsteuer. So rechnen Sie korrekt.

Beim Austausch von Motoren, Achsen, Benzinpumpen, Kurbelwellen, Vergaser, Aggregaten, etc. am Auto eines Kunden durch einen Handwerksbetrieb liegt nach Ansicht des Finanzamts eine Tauschlieferung mit Baraufgabe vor (Abschnitt 10.5 Abs. 3 UStAE). Gewerblich tätige Unternehmer erhalten von ihren Kunden neben einer Geldzahlung die Lieferung eines reparaturbedürftigen Altteils. Und diese Lieferung des Altteils unterliegt der Umsatzsteuer.

Altteilsteuer richtig ausweisen

Damit Privatkunden keine Umsatzsteuererklärung abgeben müssen, weist der Kfz-Betrieb in seiner Rechnung die Umsatzsteuer für diese Altteillieferung aus und führt sie nach Bezahlung des Kunden ans Finanzamt ab. Da der Wert der Altteile meist schwer ermittelbar sein dürfte, wird dieser aus Vereinfachungsgründen mit einem Durchschnittswert von zehn Prozent des so genannten Bruttoaustauschentgelts berücksichtigt.

Das Bruttoaustauschentgelt ist der Neuwert des Altteils (Abschnitt 10.5 Abs. 3 Sätze 4 und 5 Umsatzsteuer-Anwendungserlass).

Handelt es sich bei dem Kunden um einen Unternehmer und das reparierte Fahrzeug gehört zu seinem Unter­nehmen, wird die Lieferung von Altteilen nicht der Umsatzsteuer unterworfen (Abschnitt 10.5 Abs. 3 Satz 9 Nr. 1 Satz 1 UStAE).

Beispiel: Sie tauschen im Fahrzeug Ihres Kunden den Motor aus. Den alten Motor nehmen Sie in Zahlung. Beträgt der Rechnungsbetrag für den Verkauf und Einbau der neue Motor 2.000 Euro und der Wert des alten Motors 500 Euro, muss die Rechnung folgendermaßen aussehen:

Lieferung neuer Motor 2.000 Euro
Umsatzsteuer (19%) 380 Euro
Umsatzsteuer auf den fiktiven Wert des Altteils in Höhe von 250 Euro (2.000 Euro + 500 Euro = 2.500 Euro x 10% = 250 Euro x 19%) 47,50 Euro
Insgesamt zu zahlender Betrag 2.427,50 Euro

Sie müssen insgesamt 427,50 Euro Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen. Ist Ihr Kunde ein vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer, kann er 427,50 Euro Vorsteuererstattung beim Finanzamt geltend machen.

Praxis-Tipp: Möchten Sie das erste Mal von der Vereinfachungsregelung zur Altteile-Umsatsteuer Gebrauch machen, sollten Sie Ihren Steuerberater einschalten. Dieser wird Ihnen eine Verfahrensdokumentation erstellen und Ihnen zeigen wie solche Rechnungen mit Altteilsteuer erstellt und vor allem buchhalterisch behandelt werden müssen. dhz

 

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