Wirtschaft Altmaier setzt weiter auf freiwillige Corona-Tests

Wirtschaftsminister Peter Altmaier ist optimischtisch das fehlende Drittel an Testangeboten in Unternehmen noch zu schaffen. Außerdem stellt er eine Verlängerung der Überbrückungshilfe III bis zum Jahresende in Aussicht.

Karin Birk

Die Bundesregierung hat das Ziel ausgesprochen, dass 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland ihren Beschäftigten einen wöchentlichen Corona-Schnelltest anbieten müssen. Nach Angaben der Wirtschaft testet aktuell die Hälfte der Betriebe. - © nmann77 - stock.adobe.com

Im Kampf gegen die dritte Welle der Corona-Pandemie fordert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) härtere Maßnahmen. „Die aktuelle Lage ist sehr ernst“, sagte mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen und die Lage der Intensivmedizin. Eine Schließung des produzierenden Gewerbes und von Industrieunternehmen stehe aber nicht zur Debatte. Hier gelte es vielmehr durch freiwillige Tests in den Unternehmen für mehr Sicherheit zu sorgen. Altmaier stellte außerdem eine Verlängerung der Überbrückungshilfe III bis zum Jahresende in Aussicht.

Altmaier würdigt Engagement der Unternehmen bei Corona-Tests

Bei den Corona-Tests in Unternehmen setzt Altmaier weiterhin auf das freiwillige Engagement der Unternehmen. „Bei dem freiwilligen Testen sind wir in sehr kurzer Zeit sehr weit gekommen“, sagte er. Er zeigte sich optimistisch auch das fehlende Drittel noch so zu schaffen. Eine „gesetzliche Regelung“ hält er zum jetzigen Zeitpunkt für nicht nötig. Altmaier verwies auf eine repräsentative Umfrage seines Hauses unter Unternehmen, wonach aktuell über die Hälfte der Unternehmen Beschäftigten vor Ort mindestens einmal die Woche einen Test an, andere planten es zeitnah.

Spahn: Mehr Beschäftigte sollten Tests nutzen

Insgesamt hätten 69 Prozent der Unternehmen jetzt oder in Kürze ein regelmäßiges Testangebot für die Beschäftigten. Altmaier bekräftigte, dass die Zielmarke 90 Prozent der Firmen sei. Auf der Beschäftigtenseite gaben rund 61 Prozent der Arbeitnehmer an, ein Testangebot bekommen zu haben. Von den Restlichen wurde rund einem Drittel bald ein Test in Aussicht gestellt.

Das Arbeitsministerium hält die Ergebnisse der Umfragen für „nicht befriedigend“. Und nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müssen allerdings noch viele Beschäftigte überzeugt werden, die Tests auch zu nutzen.

Mit Blick auf die Kosten der Tests sagte der Wirtschaftsminister, dass diejenigen Unternehmen, die Anspruch auf Überbrückungshilfe III hätten, die Kosten zumindest zum Teil erstattet bekämen.

Altmaier stellt Auszuzahlung des Eigenkapitalzuschusses im Mai in Aussicht

Wie Altmaier weiter sagte, habe er sich auch dafür ausgesprochen die Überbrückungshilfe III über die Jahresmitte hinaus bis zum Jahresende zu verlängern. „Wir sind dazu in der Bundesregierung in Gesprächen“, sagte er. Er hoffe noch vor der Sommerpause ein Ergebnis zu erzielen. Erneut verwies er darauf, dass die Bundesregierung einen Eigenkapitalzuschuss für besonders angeschlagene Unternehmen beschlossen habe. „Die Bewilligung und die Auszahlung wird vermutlich bereits im Mai möglich sein“, ergänzte er.