Wirtschaftsgipfel Altmaier betont die Bedeutung von Corona-Tests

Bei einer digitalen Gesprächsrunde mit Vertretern der Wirtschaft forderte Wirtschaftsminister Peter Altmaier einen konsequenten Einsatz von Schnelltests. Außerdem verwies er auf weitere Corona-Hilfen.

Beim digitalen Wirtschaftsgipfel forderte Wirtschaftsminister Altmaier die Vertreter der Wirtschaftsverbände auf ihrer Rolle bei der Eindämmung der Pandemie gerecht zu werden und konsequent Corona-Tests für die Beschäftigten anzubieten. - © okrasiuk - stock.adobe.com

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält die aktuelle Situation in der Corona-Krise weiter für ernst. "Die Lage der Wirtschaft insgesamt hängt an der Entwicklung des Infektionsgeschehens", erklärte er nach einem digitalen Wirtschaftsgipfel mit mehr als 40 Wirtschaftsverbänden. "Ein schneller Impffortschritt und der konsequente Einsatz von Schnelltests sind in dieser Phase der Pandemie entscheidend, damit es auch für die gesamte Wirtschaft insgesamt bergauf gehen kann", fügte er hinzu. Die Unternehmen spielten beim Testen eine wichtige Rolle und nähmen diese Verantwortung wahr.

Altmaier: Wirtschaft hat Testangebot ausgebaut

Wie Altmaier weiter sagte, ist in den vergangenen Wochen das Testangebot der Wirtschaft für Mitarbeiter deutlich ausgebaut worden. Durch verstärktes Testen könnten Infektionen früher und öfter erkannt und weitere Übertragungen verhindert werden, betonte er. Wie die Umfragen der Bundesregierung bei Unternehmen und Beschäftigten ergaben, bieten heute mehr als die Hälfte der Unternehmen Beschäftigten, die vor Ort arbeiten, mindestens einmal wöchentlich Tests an. Weitere Unternehmen planten dies bis Mitte April. "Somit haben insgesamt 69 Prozent der Unternehmen jetzt oder in Kürze ein regelmäßiges Testangebot für ihre Beschäftigten", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des Bundeswirtschafts- und des Bundesarbeitsministeriums.

Fast 70 Prozent der Beschäftigten erhalten bald ein Testangebot

Eine Befragung der Beschäftigten wiederum ergab, dass derzeit 6 von 10 Beschäftigten von ihren Arbeitgebern einen Corona-Test angeboten bekommen. Andere Arbeitgeber wollten sich bald darum kümmern. "Nimmt man diese Gruppe hinzu, so erhalten insgesamt etwa 70 Prozent ein Testangebot oder es wurde ihnen zumindest angekündigt." Noch ist offen, ob die Bundesregierung eine Testpflicht einführen wird.

Wirtschaft plädiert für Freiwilligkeit

Die Wirtschaft selbst wehrt sich gegen mögliche gesetzliche Auflagen. "Unsere Betriebe kommen ihrem Teil der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung mit großen Anstrengungen nach", sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer der dpa. Mit ausgefeilten Hygienekonzepten und durch ihr freiwilliges Angebot an die Mitarbeiter zu Corona-Tests in großem Umfang leisteten sie ihren spezifischen Beitrag zur Infektionsdynamik.

Wirtschaft sehr unterschiedlich von Krise betroffen

Die Wirtschaft ist nach den Worten Altmaiers sehr unterschiedlich von der Corona-Krise betroffen. "Während die Industrie weiter vergleichsweise gut durch die Krise kommt, leiden Dienstleistungen und Handel und andere Branchen weiterhin stark unter den Corona-Beschränkungen", betonte er. "Für besonders stark betroffene Unternehmen bietet der neue Eigenkapitalzuschuss eine wichtige zusätzliche Unterstützung." Auch sei die Überbrückungshilfe III erneut verbessert worden, sagte er mit Blick auf eine Mitteilung seines Hauses kurz vor Ostern.

Eigenkapitalzuschuss für besonders gebeutelte Unternehmen

Den neuen Eigenkapitalzuschuss sollen danach besonders gebeutelte Unternehmen bekommen. Ihr Umsatz muss zwischen November 2020 und Juni 2021 für mindestens drei Monate um mehr als 50 Prozent geschrumpft sein. Auch wird der Zuschuss zusätzlich zur regulären Überbrückungshilfe III gewährt. Je nach Dauer des deutlichen Umsatzeinbruches werden dann ab dem dritten Monat 25 Prozent, ab dem vierten Monat 35 Prozent und ab dem fünften Monat dann 40 Prozent der regulären Überbrückungshilfe zusätzlich bezahlt.

Höhe der Hilfen von der Dauer des Umsatzeinbruches abhängig

Das Ministerium nannte ein Beispiel: Ein Unternehmen hat in den Monaten Januar, Februar und März 2021einen Umsatzeinbruch von 55 Prozent und jeden Monat 10 000 Euro betriebliche Fixkosten. Bei einem Antrag auf die Überbrückungshilfe III bekommt das Unternehmen eine reguläre Förderung von jeweils 6000 Euro für die drei Monate. Neu ist, dass es für März jetzt zusätzlich einen Eigenkapitalzuschuss in Höhe von 1500 Euro bekommt.

Überbrückungshilfe III erweitert

Neben dem neuen Eigenkapitalzuschuss wurde die Überbrückungshilfe III noch einmal verbessert. So wird die Fixkostenerstattung der Ü III für Unternehmen, die einen Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent erleiden auf bis zu 100 (bisher: 90) Prozent erhöht. Außerdem wird die Sonderabschreibung für Saisonware und verderbliche Ware für Einzelhändler auf Hersteller und Großhändler erweitert. Darüber hinaus sollen Unternehmen und Soloselbständige ein nachträgliches Wahlrecht zwischen Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III zum Zeitpunkt der Schlussabrechnung erhalten. "So kann die im Einzelfall günstigste Hilfe aufgrund des unsicheren Verlaufs der ökonomischen Entwicklung nachträglich bestimmt werden", hieß es. Die Anträge könnten nach Anpassung des Programms über die bekannte Plattform ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de gestellt werden. bir