Aktien Aktien kaufen: So erkennen Sie krisenfeste Unternehmen

Es scheint Branchen am Aktienmarkt zu geben, die gut durch Wirtschaftskrisen kommen. Wie können Anleger krisenfeste Unternehmen ausmachen und welche Aktien sollten sie lieber verkaufen?

Grafik: Unternehmer wehrt sich mit Schirm gegen einströmende Pfeile ab.
Sind die Zeiten schwierig, gilt es, krisenfeste Unternehmen auf dem Aktienmarkt auszumachen. - © Nuthawut - stock.adobe.com

Drei Sektoren des Aktienmarkts haben sich in den weltweiten Börsenabschwüngen der vergangenen 25 Jahre besonders gut geschlagen. Mit ihnen konnten Anleger nicht nur saftige Verluste vermeiden. Diese Teflon-Sektoren erzielten sogar attraktive Renditen, während der breite Markt zwischen 20 und fast 60 Prozent einbrach.

Gemessen an den Branchenindizes des MSCI World konnten in den vergangenen drei Jahren die Branchen IT mit einer Performance von 69 Prozent, gefolgt vom Gesundheitswesen mit 43 Prozent sowie Energy mit 28 Prozent den MSCI World outperformen.

Der Grund ist einleuchtend: In Krisensituationen suchen Anleger substanzstarke Unternehmen mit gut planbaren Geschäftsmodellen. Solche Qualitätsunternehmen, die über hervorragende Produkte, eine starke Wettbewerbsposition, nachhaltiges Wachstum und hohe Profitabilität verfügen, sind in der Lage, steigende Zinsen sowie inflationsbedingt höhere Kosten zu kompensieren.

Krisenfeste Unternehmen: Kennzeichen für eine positive Entwicklung

Um in schwierigen Marktverhältnissen eine stetig positive Entwicklung zu erkennen, sind unter anderem die Kriterien EBIT-Marge sowie Net Debt/EBITDA aufschlussreich.

Eine über dem Wettbewerb liegende, stabil hohe EBIT-Marge lässt auf eine robuste Preissetzungsmacht schließen. Sie ermöglicht den Unternehmen die Weitergabe gestiegener Produktionskosten an die Konsumenten.

Gegen steigende Zinsen hilft am besten, wenn man keine Schulden hat. Die Kennzahl Net Debt/EBITDA zeigt die operative Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Ist das Ergebnis kleiner eins, ist dieses als sehr gut einzustufen. Ein Wert von -0,20 bedeutet zum Beispiel, dass bei den betreffenden Aktien jedem US-Dollar Gewinn 20 Cent Guthaben (Liquide Mittel abzüglich kurz- sowie langfristige Schulden) gegenüberstehen.

Anleger, welche die oben genannten Kennzahlen anwenden, sind daher sowohl gegen die Risiken aus hohen Inflationsraten wie auch steigenden Zinsen gegenüber dem Gesamtmarkt besser gerüstet.

Wann man Aktien von Unternehmen verkaufen sollte

Unabhängig von der jeweiligen Branche sollte man Aktien von Unternehmen verkaufen, wenn diese nicht in der Lage sind, den aktuell schwierigen Umständen zu trotzen. Vorsichtig ist geboten bei Unternehmen mit schwachen Margen, hohen Verbindlichkeiten, Marktanteilsverlusten sowie gekürzten oder ausfallenden Dividenden.

Zum Autor: Hermann Ecker ist Vermögensverwalter bei der Bayerische Vermögen Management AG in Bad Reichenhall