Steuer aktuell Abgeworbene Mitarbeiter: Zahlungen an Ex-Arbeitgeber lohnsteuerpflichtig

Das Abwerben guter Mitarbeiter aus Konkurrenzbetrieben ist auch längst im Handwerk üblich. Werben Sie einen neuen Mitarbeiter an und zahlen dafür Fortbildungskosten an seinen Arbeitgeber zurück, handelt es sich bei dieser Zahlung um steuer- und abgabepflichtigen Arbeitslohn.

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Grundsätzlich ist die Übernahme der Fortbildungskosten für einen Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber steuer- und abgabenfrei. Voraussetzungen sind entweder, dass der Arbeitgeber mit der Bildungseinrichtung einen Vertrag abschließt und die Studien- oder Lehrgangskosten direkt an die Bildungseinrichtung überweist.

Schließt der Arbeitnehmer mit der Bildungseinrichtung einen Vertrag ab und zahlt die Gebühren, kann der Arbeitgeber diese Fortbildungskosten steuer- und abgabenfrei erstatten, wenn er dem Arbeitnehmer die Kostenübernahme vor Vertragsabschluss mit der Bildungseinrichtung schriftlich zugesagt hat (BMF, Schreiben v. 13.4.2011, Az. IV C 5 – S 2332/07/0001).

Zahlungen an den Ex-Arbeitgeber sind steuerpflichtig

Wirbt ein Handwerksbetrieb einen Mitarbeiter von einem anderen Handwerksbetrieb ab und der abgeworbene Mitarbeiter muss die vom Ex-Arbeitgeber übernommenen Studien- oder Fortbildungskosten zurückzahlen, übernimmt oftmals der neue Arbeitgeber die Zahlungsverpflichtung. Diese Zahlung des neuen Arbeitgebers an den Ex-Arbeitgeber ist in voller Höhe steuer- und abgabenpflichtiger Arbeitslohn (Senatsverwaltung in Berlin, Kurzinfo Lohnsteuer Nr. 1/2015 v. 16.1.2015).

Tipp: Um bei einer späteren Lohnsteuerprüfung des Finanzamts keine böse Überraschung zu erleben, sollte der neue Arbeitgeber die Rückzahlung der übernommenen Fortbildungskosten an den Ex-Arbeitgeber unbedingt als steuer- und abgabenpflichtigen Arbeitslohn behandeln. Die Hinzuziehung des Steuerberaters in solchen lohnsteuerlichen Konstellationen bei Neueinstellung eines abgeworbenen Mitarbeiters ist unbedingt empfehlenswert.

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv . dhz