In Baden-Württemberg soll schon früher kein Gas mehr durch die Fernleitungsnetze fließen. Das erfuhr Handwerk BW beim Energiepolitischen Gespräch der Landesregierung. Das faktische Aus für Gasheizungen würde damit noch früher kommen als bislang kommuniziert.

2040 sollen die Fernleitungsnetze in Baden-Württemberg von Gas auf Wasserstoff umgestellt werden – und damit schon vier Jahre vor dem geplanten Verbot für Gasheizungen. Das sehen Pläne der Landesregierung und des Netzbetreibers "terranets bw" vor. Handwerk BW erfuhr davon bei einem Energiepolitischen Gespräch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Umweltministerin Thekla Walker.
"Wir können nur hoffen, dass Netzbetreiber und Versorger bis dahin flächendeckend für alternative Wärmeversorgung gesorgt haben", sagt Handwerk BW-Hauptgeschäftsführer Peter Haas. Installateuren und Hausbesitzern rät er, das geplante frühere Aus in die Entscheidung über eine künftige Heizung zu berücksichtigen.
"Vielen die Konsequenz der Pläne noch nicht bewusst"
Kritik äußert Haas an der inkonsistenten Kommunikation der Politik: " Die Informationen an Betriebe und Verbraucher aus Bund und Land zur Energiepolitik der nächsten Jahre müssen aus einem Guss sein." Nach den aktuellen Informationen des Bundeswirtschaftsministeriums können Gasheizungen bis Ende 2044 betrieben werden. Und auch im Neubau wären weiterhin Hybridheizungen, also Gasheizungen kombiniert mit Wärmepumpe, zulässig. "In Baden-Württemberg soll das gemäß den heutigen Klarstellungen früher unmöglich werden."
Haas fordert die Landesregierung dazu auf, mit den Bürgern Klartext zu sprechen. "Wir gehen davon aus, dass vielen die Konsequenz dieser Pläne noch nicht bewusst ist." fre