Konditoren spüren Folgen des Fipronil-Skandals Hohe Eierpreise belasten Weihnachtsbäckerei

Die Konditoren bereiten derzeit das Weihnachtsgeschäft vor. In diesem Jahr müssen sie beim Einkauf von Eiern extrem viel bezahlen. Der Fipronil-Skandal lässt die Preise steigen.

Jana Tashina Wörrle

Hohe Eierpreise im Weihnachtsgeschäft: Der Fipronil-Skandal hat Folgen für das Konditorenhandwerk. - © Africa Studio - stock.adobe.com

Das große Reinemachen hat in den Hühnerställen begonnen. Dort wo unerlaubterweise das Insektizid Fipronil eingesetzt wurde, ist nun die Eier-Produktion vorübergehend eingestellt worden. Alles muss desinfiziert werden und erst dann dürfen neue Junghühner in die Ställe, die dann nach einiger Zeit mit dem Eierlegen beginnen. Das dauert. Da vom jüngsten Lebensmittelskandalden mit Firpronil belasteten Eiern – vor allem sehr große landwirtschaftliche Betriebe betroffen waren, fehlen nun europaweit Eier auf dem Markt. Das lässt den Eierpreis ansteigen.

Flüssigei auf Fipronil-Unbedenklichkeit prüfen

Sehr stark spüren das nun die Konditoren, denn für sie beginnt jetzt die Zeit der großen Weihnachtsvorbereitungen und dabei werden viele Eier benötigt – in ganzer Form und als sogenanntes Flüssigei, das schon fertig aufgeschlagen in Tetra Paks oder Eimern geliefert wird.

Obwohl der Deutsche Konditorenbund nach eigener Aussage bislang keine Rückmeldungen aus der eigenen Branche hat, dass es Probleme wegen der mit Fipronil belasteten Eier oder Eiprodukten gäbe, hat der Verband auf seiner Internetseite einen Hinweis darauf veröffentlicht, wie die Betriebe das verwendete Flüssigei auf eine Fipronil-Unbedenklichkeit kontrollieren können. Denn das ist etwas komplizierter wie bei unverpackten Eiern, die einen Erzeugercode enthalten, über den sich die Herkunft ermitteln lässt. Die Flüssigei-Verpackungen enthalten stattdessen lediglich eine Packstellennummer vermerkt, die das Land kennzeichnet, in dem die Eier verpackt wurden. So rät der Konditorenbund seinen Betrieben, dass sie sich unbedingt vom Lieferanten schriftlich bestätigen lassen sollen, dass die betreffenden Flüssigeier nicht mit Fipronil belastet sind.

Konditoren erleben Preisdruck im Weihnachtsgeschäft

"Dieser Hinweis ist aus rechtlicher Sicht wichtig, obwohl es keinen Anlass dazu aus unserer Praxis gibt", sagt dazu Gerhard Schenk, der Präsident des Konditorenbunds. Die meisten Betriebe des Konditorenhandwerks in Deutschland bekommen die Eier seiner Erfahrung nach von regionalen Produzenten. Eier sind derzeit aber so schwer zu bekommen wie selten zuvor. Da aus dem EU-Ausland bzw. den vom Fipronil-Skandal betroffenen Ländern weniger importiert wird und auch hierzulande einige große Lieferanten ausfallen, steigen die Preise enorm an.

"Jetzt beginnt bei uns die Hauptsaison des Jahres mit den Vorbereitungen für das Weihnachtsgeschäft", klagt Schenk. Beim Backen von Makronen, Sandgebäck und vielen anderen Weihnachtskeksen, die sie ab jetzt in großen Mengen herstellen, benötigen die Konditoren Eier. Wie hoch die Mehrkosten ausfallen, lässt sich pauschal nicht sagen, denn das unterscheide sich regioanl sehr stark. Ob damit auch die Preise für Teegebäck, Weihnachtsgebäcke und Torten ansteigen, mag er noch nicht vorherzusagen. Das hänge davon ab, wie schnell wieder mehr Eier auf den Markt kommen. Schenk hofft zwar, dass der Preisdruck schnell wieder nachlässt, dennoch sei es wichtig, dass nun alles getan wird, dass ein solcher Skandal sich nicht wiederholt.