Zu wenige Wohnungen in großen Städten Grundstückspreise hemmen den Wohnungsbau

Bezahlbare Wohnungen fehlen ganz besonders in den großen Städten Deutschlands. Doch hier stockt der Wohnungsbau. Der Grund: zu hohe Grundstückpreise, zu langsame Verwaltungen und zu wenig Kapazitäten bei den Bauunternehmen.

Der Wohnungsbau stockt, weil es in den Städten nur wenige und vor allem teure Grundstücke gibt. - © pure-life-pictures/Fotolia.com

Baugrundstücke sind dort am meisten umkämpft, wo es wenig Platz gibt: in den großen Städten. Deshalb steigen die Preise durch einen starken Wettbewerb immer mehr an. Doch dies hemmt wiederum den Wohnungsbau. So kommt es gerade dort, wo neuer bezahlbarer Wohnraum besonders dringend benötigt wird, zu Problemen. Der Wohnungsbau in den großen Städten wird durch die steigenden Grundstückspreise gehemmt.

Das ergab eine Untersuchung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesbauministeriums (BMUB). Das BBSR hat in den fünf Großstädten Aachen, Dresden, Düsseldorf, Freiburg und Nürnberg Experten aus Wohnungsunternehmen und kommunalen Verwaltungen befragt.

Engpässe bei den Bauunternehmen

Die Hauptgründe dafür, dass der Wohnungsbau ins Stocken gerät, liegen demnach – neben den steigenden Grundstückspreisen – an zu komplexen Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie knappen Personalressourcen in den Verwaltungen. Diese erschweren eine rasche Reaktion auf die wachsende Nachfrage. Zudem sorgen laut BBSR bürgerschaftliche und nachbarschaftliche Widerstände bei Neubauprojekten für Verzögerungen und bei Bauunternehmen und in Planungsbüros gibt es Kapazitätsengpässe, die Bauzeiten verlängern.

Aber es wird der Untersuchung zufolge nicht nur zu wenig und zu langsam gebaut, sondern auch das Falsche. So dominierten in den Jahren 2014 und 2016 kleinere Wohnungsbauprojekte und solche im mittleren und höheren Preissegment in den untersuchten Städten. Die benötigten großen Mehrfamilienhäuser mit günstigen Wohnungen wurden dagegen vergleichsweise selten geschaffen.

Das BBSR verweist deshalb darauf, dass nun Maßnahmen der Außenentwicklung geprüft werden müssten – also die Ausweitung der Wohngebiete. Innerhalb der Städte gäbe es kaum noch Grundstücke für den Wohnungsbau.

Die Bundesregierung hat bereits auf dieses Thema reagiert und im Bundestag einen Beschluss gefasst, der zu mehr Bauland führen soll. Für einen Zeitraum von drei Jahren – bis Ende 2019 – sollen demnach Umweltverträglichkeitsprüfungen wegfallen, wenn Gemeinden am Ortsrand Neubaugebiete von einem Hektar Größe ausweisen. So soll es den Gemeinden möglich sein, einfacher und schneller mehr Bauland auszuweisen. dhz

Warum die Baukosten derzeit insgesamt steigen und warum dies den Wohnungsbau hemmt, lesen Sie hier.>>>

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