Bäckerei Rückkauf von Müller-Brot ist geplatzt

Nachdem die erneute Übernahme von Müller-Brot durch Investor Klaus Ostendorf zunächst große Überraschung auslöste, ist der Deal nun genauso überraschend doch noch gescheitert. Die Verhandlungsführung des Insolvenzverwalters soll den Ausschlag gegeben haben. Die Zukunft des Unternehmens ist damit ungewisser denn je.

In einer hoch dramatischen Sitzung, an der neben Insolvenzverwalter Hubert Ampferl die Investorengruppe um Klaus Ostendorf teilnahmen, ist die Rückübernahme von Müller-Brot in letzter Sekunde gescheitert. "Wir sind total geschockt", erklärte Ampferl gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Dabei soll gerade Ampferls Verhandlungsstil Klaus Ostendorf vom Abschluss der Vereinbarung abgeschreckt haben. Noch Stunden zuvor schien alles schon in trockenen Tüchern. Nachdem der Gläubigerausschuss in der vergangenen Woche dem Angebot von Ostendorf zugestimmt hatte, war kurzerhand ein Vertrag au sgearbeitet worden, den die beiden künftigen Gesellschafter - neben Ostendorf Müller-Brot-Geschäftsführer Stefan Huhn - bei einem Notar unterzeichnen sollten.

Verhandlungen auf Neustart

Wieder voll im Rennen um die Übernahme von Müller-Brot ist damit eine zweite Bietergruppe, die sich in der Abstimmung des Gläubigerausschusses zunächst nicht durchsetzen konnte. Zu ihr zählen die Bäckereikette Höflinger und die Tochter des früheren Inhabers, Evi Müller. Insolvenzverwalter Ampferl soll Berichten zufolge diese Option von Anfang an bevorzugt haben. Möglicherweise könnte aber auch ein weiterer Investor in die Verhandlungen einsteigen. Nach SZ-Informationen müssen Interessenten Darlehen oder Bürgschaften in Höhe von zunächst 22 Millionen Euro vorlegen, um die Kaufsumme - die Übernahme von Altverbindlichkeiten bei der Commerzbank sowie etwa 3,5 Millionen Euro für 151 Filialen - zusammen zu bekommen.

Unabhängig vom Au sgang der Verhandlungen dürfte die Forsetzung des Geschäftsbetriebs nur mit erheblichen Einsparungen im Filial- und Personalnetz von Müller-Brot gelingen. sg