Computer und Smartphones sind bei Ausbildungsbetrieben und Auszubildenden zwar reichlich vorhanden. Dennoch werden digitale Medien in der beruflichen Bildung noch relativ wenig genutzt. Das soll sich ändern.
Angesichts der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt will Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) das Thema Digitalisierung stärker in der Ausbildung verankern. "Wir brauchen eine Berufsbildung 4.0", sagte sie. Das Ministerium wolle deshalb die Digitalisierung in der beruflichen Bildung besonders fördern.
"Wir werden dafür allein im kommenden Jahr mindestens 50 Millionen Euro zur Verfügung stellen", sagte Wanka. Eine vom Ministerium in Auftrag gegebene Studie habe gezeigt, dass zwar fast jeder Betrieb in Deutschland über internetfähige Technik verfüge, diese in der Ausbildung aber noch sehr zurückhaltend einsetze.
IT-Kenntnisse der Azubis mangelhaft
Wie die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und TNS Infratest durchgeführte Studie bei 3.000 Betrieben unterschiedlicher Größen und Branchen weiter gezeigt hat, spielen klassische nicht digitale Lern- und Medienformate immer noch die größte Rolle. Viele Betriebe erwarten allerdings, dass die Bedeutung digitaler Medien zunehmen wird.
Erstaunlicherweise ist nach den Ergebnissen der Studie fast jeder zweite Betrieb mit den IT-Kenntnissen seiner Auszubildenden unzufrieden. Weniger als ein Drittel bewertete die Kenntnisse als sehr gut oder gut.
Überbetriebliche Bildungsstätten im Fokus
Das Ministerium will deshalb mit einer Reihe von bestehenden und neuen Programmen die Digitalisierung der beruflichen Bildung in den Berufsschulen, bei den betrieblichen Ausbildern selbst und in den überbetrieblichen Bildungsstätten weiter ausbauen. Dabei sollen nicht nur neue Lernmethoden gefördert werden, auch die Anschaffung entsprechender Hardware wie Roboter soll weiter unterstützt werden.
Darüber hinaus soll ab dem kommenden Jahr über ein Netzwerk die Verbreitung und der Transfer guter Konzepte zum digitalen Lernen gefördert werden. Allein dafür sollen in den kommenden vier Jahren 61 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. bir
